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Uni-Zugang: Gute Argumente nötig

Österreich - Die EU-Kommission wartet weiter auf die Antwort Österreichs auf den Mahnbrief wegen der Quotenregelung für ausländische Medizinstudenten.

Österreich werde gute Argumente brauchen, um den in Zukunft drohenden Ärztemangel, den Österreich zur Verteidigung der Regelung ins Treffen führen will, auch zu belegen, sagte Bildungskommissar Jan Figel am Donnerstag in Brüssel gegenüber der APA.

Figel betonte, die Kommission wolle die Stellungnahme Österreichs abwarten. Derzeit gebe es aber keinen Ärztemangel. Dies habe sogar die Interessensvertretung der österreichischen Ärzte selbst eingeräumt.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) hatte vor 14 Tagen in Wien erklärt, dass Studien einen jährlichen Ärztebedarf zwischen 1.000 bis 1.500 Personen im Jahr 2030 prognostizieren. Laut Hahn gibt es eine „Fülle von Indizien“, dass bei einem Abgehen von der Quote dieser Bedarf nicht gedeckt werden könnte. Es sei davon auszugehen, dass 70 bis 80 Prozent der deutschen Absolventen in ihr Heimatland zurückgehen, wo sie eine kürzere Praxiszeit als beim österreichischen Turnus absolvieren müssten.

Laut der österreichischen Quotenregelung sind an den drei Medizinunis in Wien, Graz und Innsbruck jeweils 75 Prozent der insgesamt 1.500 Anfänger-Plätze für Personen mit österreichischem Reifeprüfungszeugnis reserviert, für EU-Bürger 20 Prozent und für Nicht-EU-Bürger fünf Prozent. Die EU-Kommission sieht dies als Diskriminierung von EU-Bürgern an und hat ein zweites EU-Verfahren gestartet. Österreich hat bis 28. Mai Zeit, um auf den Mahnbrief aus Brüssel zu antworten.

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