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Unfassbar! Rekord am K2 war wichtiger als das Leben eines Menschen

Unfassbar, was sich am K2 abspielte.
Unfassbar, was sich am K2 abspielte. ©APA/AFP/JOE STENSON
Skandal in der Todeszone auf dem K2: Unfassbare Szenen auf dem zweithöchsten Berg der Welt.

In einem dramatischen Vorfall auf dem K2, dem zweithöchsten Berg der Welt, hat die Begehung des Berges durch Bergsteiger und Bergsteigerinnen am 27. Juli für Schlagzeilen gesorgt - "derStandard.at" berichtet zuerst darüber.

Während die Norwegerin Kristin Harila ihre umstrittene Gipfelsammlung auf allen 14 Achttausendern innerhalb von 92 Tagen vollendete, kam der pakistanische Hochträger Mohammad Hassan tragisch ums Leben.

Dramatische Ereignisse in der Todeszone

Am besagten Tag drängten sich Dutzende von Bergsteigern Richtung der Schlüsselstelle auf 8.200 Metern, als mindestens zwei Lawinen niedergingen. Ein pakistanischer Hochträger stürzte ab und kam später ums Leben. Der Tiroler Bergsteiger Wilhelm Steindl, der zu diesem Zeitpunkt bereits umgekehrt war, berichtete dem "Standard": "Als eine Lawine runterkam, dachte ich, dass 30 Menschen tot sind." Glücklicherweise verschonte die Lawine die Gruppe.

Schockierende Entdeckung durch Drohnenaufnahmen

Philip Flämig, ein Kameramann, der im Auftrag von Servus TV eine Drohne entsandte, um die Besteigung zu filmen, machte eine erschütternde Entdeckung. Die Aufzeichnungen zeigten einen sterbenden Mann, der von einer Person massiert wurde, um ihn bei Bewusstsein zu halten. Augenzeugen bestätigten laut "Standard", dass der pakistanische Hochträger Mohammad Hassan in der Nacht um 2.30 Uhr abgestürzt war und kopfüber mit entblößten Beinen in einem Fixseil hing. Trotz der Anwesenheit von Sherpas und Bergführern wurde keine organisierte Rettungsaktion eingeleitet.

Kritik an der Bergsteigergemeinschaft

Steindl äußerte sich bestürzt über die Ereignisse und kritisierte gegenüber dem "Standard" die Bergsteigergemeinschaft scharf: "Er ist dort elendig verreckt. Es hätte nur drei, vier Leute gebraucht, ihn herunterzubringen." Er fügte hinzu, dass viele Bergsteiger den Gipfelsturm über das Leben eines Menschen stellten, um Rekorde zu erzielen.

Konflikte und Diskriminierung

Ein weiteres Problem, das in dem "Standard"-Bericht hervorgehoben wurde, ist das angespannte Verhältnis zwischen den pakistanischen Hochträgern und den nepalesischen Sherpas. Die pakistanischen Hochträger, die oft in ärmlichen Verhältnissen leben und über weniger alpine Ausbildung verfügen, werden von den Sherpas diskriminiert.

Solidarität und Unterstützung

Nach den tragischen Vorfällen auf dem K2 besuchten Steindl und Flämig die Hinterbliebenen des verstorbenen Hochträgers Hassan und übergaben ihnen 2.500 Dollar. Die Witwe berichtete, dass ihr Mann, der in seiner ersten Saison auf dem Berg war, erst 27 Jahre alt war. Steindl versprach, die Ausbildungskosten für Hassans drei Kinder zu übernehmen. Der Arbeitgeber des Verunglückten weigerte sich jedoch, der Familie das Gehalt zu zahlen, da Hassans Arbeit nicht abgeschlossen war. Steindl kommentierte gegenüber dem "Standard": "Die Familie kann sich keine Medizin, kein Essen leisten. Eine Harila und viele der Bergsteiger sind mit Helikoptern über uns und die Familie hinweggeflogen. Was für ein symbolisches Bild. Der Helikopter zum Rausfliegen kostet bis zu 12.000 Dollar pro Person."

Reaktionen und Stellungnahmen

Bislang haben weder Harila noch ihr Expeditionsveranstalter Seven Summit Treks und Hassans Arbeitgeber Lela Peak Expedition auf Anfragen des "Standard" reagiert. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Harila: "Als wir am Flaschenhals waren, ist vor unserer Gruppe ein pakistanischer Träger abgestürzt. Er hing kopfüber in seinem Seil. Nach unserem Abstieg haben wir erfahren, dass er gestorben ist."

(VOL.AT)

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