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Uneinigkeit zwischen Bush und Blair

Zwischen US-Präsident George W. Bush und dem britischen Premier Tony Blair besteht Berichten zufolge Uneinigkeit über das Vorgehen gegen den Irak.

Es sei ein „schädlicher Graben“ entstanden, schrieb der „Sunday Telegraph“. Die Sonntagszeitung „The Observer“ berichtete, es gebe „Hinweise auf die erste ernsthafte Entzweiung zwischen dem Weißen Haus und Großbritannien“.

Die „Financial Times“ hatte bereits am Samstag berichtet, dass Blair die USA dazu dränge, den Irak nicht anzugreifen, bis Fortschritte bei der Lösung des Nahost-Konflikts erzielt worden seien. Dies aber habe Bush bereits abgelehnt, berichtete der „Sunday Telegraph“. Eine britische Regierungsquelle wurde mit den Worten zitiert: „Das Argument aus Washington ist: „Den Irak kann man auch isoliert betrachten.“ Das ist nicht die Position Londons.“

Nach Informationen des „Observer“ will Bush innerhalb der nächsten Wochen ankündigen, dass er den irakischen Präsidenten Saddam Hussein gewaltsam stürzen will. Der zweite Golfkrieg werde für den kommenden Winter geplant, berichtete die Zeitung unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete hochrangige Quelle. Der Krieg sei jetzt „unvermeidlich“. Die endgültige Entscheidung über den genauen Zeitpunkt des Angriffs werde Bush in diesem Monat treffen.

Dem deutschen Orient-Institut zufolge würde ein Militärschlag gegen den Irak Tausende Opfer auf beiden Seiten fordern. „Intern rechnen die Amerikaner mit 40.000 Gefallenen“, sagte der Direktor des Instituts, Udo Steinbach, der „Bild am Sonntag“. Die USA und Großbritannien müssten mit rund 250.000 Soldaten in das Land eindringen und sich auf einen langen Einsatz mit Straßenkämpfen einrichten.

Steinbach zeigte sich von einem Militärschlag in naher Zukunft überzeugt: „Ich gehe davon aus, dass es bald losgeht.“ Nach Einschätzung des Terrorismus-Experten Rolf Tophoven könnte der irakische Staatschef Saddam Hussein im Falle eines Krieges auch biologische und chemische Waffen einsetzen.

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