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Und klüger auftauchen

Ritualbäder haben beim Jüdischen Museum etwas Bildendes, denn es gibt nun auch "Radio Mikwe".
Der Programmfolder
Bilder aus dem Museum
Jüdische Ritualbäder
Interview mit Loewy

Dass Straßenbahnen nicht nur zu den Begehrlichkeiten umweltbewusster Zeitgenossen zählen, das wissen wir. Lange Zeit bevor die Diskussion über Ringbahnen im Rheindelta und in anderen Regionen wieder entflammte, brachte man zwischen Dornbirn und Lustenau die Idee konkret auf die Schienen. Dass in Hohenems einmal insgesamt vier Straßenbahnprojekte ausgearbeitet wurden, die die Pendler unter anderem in die Schweiz bringen sollten, wissen vermutlich nicht einmal mehr die Historiker. Bislang konnten die aber auch nicht bei „Radio Mikwe“ hineinklicken, um ihr Wissen zu erweitern.

Per Internet

Was phantastisch klingt, geht ab kommenden Sonntag – per Internet selbstverständlich – auf Sendung. „Radio Mikwe“ ist sozusagen ein Supplement zur umfangreichen Ritualbäder-Ausstellung, die das Jüdische Museum in Hohenems gerade vorbereitet. Eintauchen, um nicht unbedingt rein, aber auf jeden Fall klüger wieder aufzutauchen, soll aber auch über den Ausstellungszeitraum hinaus möglich sein. Nach dem Start am 7. März wird „Radio Mikwe“ vorerst mindestens ein Jahr laufen. Hanno Loewy, der Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, finanziert das ehrgeizige Projekt nicht nur mit seinem eher knappen Budget, er konnte zusätzliche private Spender für das neue Kommunikationsmittel begeistern. Fragt sich natürlich, welches Service den „Radio Mikwe“-Hörern geboten wird.

Hörstationen

Von 9 Uhr in der Früh bis 8 Uhr am Abend können die Interessenten vor allem Wissenschaftssendungen, Interviews, Reisemagazine und literarische Beiträge abrufen. Das funktioniert einerseits über etwaige internetfähige Geräte, andererseits aber auch an Hörstationen, die das Museum noch gemeinsam mit Partnern an verschiedenen Orten des Landes errichtet. Redakteure und Autoren hat Loewy in verschiedenen Institutionen im deutschsprachigen Raum gefunden. „Wir haben da schon einiges vorproduziert und freilich wird es auch Wiederholungen geben“, umreißt er das Vorhaben. Ein Fixpunkt sind Nachrichten aus der Vergangenheit, die man aus Dokumenten, Zeitungen etc. zusammensammelte. So hielt man etwa am 7. März 1830 fest, „dass die Zukunft der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde nach wie vor ungewiss sei.“ „Radio Mikwe“ ist jedenfalls bereichernd, inwieweit die Mikwe, also ein Ritualbad, Körper und Geist reinigte, erzählt die Schau, über die noch berichtet wird.

Die Ausstellung über Jüdische Ritualbäder ist in Hohenems vom 9. März bis 3. Oktober zu sehen. Radio Mikwe ist ab 7. März zu hören: www.radiomikwe.at

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