Unbeobachtet den Garten genießen

Hecken sind prächtige Lebensräume für die heimische Tierwelt.
Hecken sind prächtige Lebensräume für die heimische Tierwelt.
Für mehr Privatsphäre im Garten oder auf der Terrasse muss eine Hecke her. Dabei schützen diese nicht nur vor Lärm und Staub, sondern dienen als Lebensraum für die Tierwelt.
NEUE-Gartentipp: Hecken

Gärten werden von Pflanzen geprägt. Frei wachsend, akkurat in Form gebracht oder als lebender Zaun. In Reih und Glied gepflanzt, sperren Gehölze neugierige Blicke aus, schützen vor Lärm und Staub. Hecken sind prächtige Lebensräume für die heimische Tierwelt, besonders, wenn sie aus heimischen Pflanzen bestehen.

Schlanke Lösung

Je nach verfügbarem Platz sind verschiedene Heckenformen empfehlenswert. Die schmalste Variante sind mit Efeu bewachsene Stahlgitter. Der Neuaustrieb steht seitlich zwar bis zu je einem halben Meter ab, ein rascher Schnitt mit der Heckenschere hält den Sichtschutz aber schlank.

Formale Hecke

Etwas mehr Raum benötigen Formhecken. Hier muss man in wenigen Jahren mit 80 bis 100 Zentimetern Breite rechnen, bei unsachgemäßer Pflege sogar mehr. Pflanzen in Töpfen sind bereits vorformiert und müssen bei der Pflanzung nicht zurückgeschnitten werden. Topfpflanzen können problemlos von März bis November gepflanzt werden.

Geschnittene Hecken werden bis zum Erreichen ihrer gewünschten Höhe jährlich leicht gekürzt. Sie werden dadurch buschiger. Vor allem Nadelhölzer sind auch seitlich ein bis zwei Mal jährlich so zu stutzen, dass noch überall grüne Pflanzenteile stehenbleiben. Schneidet man alles Grüne weg, sind nur Eiben in der Lage, aus altem Holz neu auszutreiben. Zypressen, Scheinzypressen, Fichten oder Thujen können sich nicht mehr regenerieren und bleiben braun.

Sommergrüne Laubholzhecken wie Buchen, Hainbuchen oder etwa Feldahorn sind hier weniger empfindlich. Sie lassen sich auch im Alter noch stark verkleinern und neu formieren.

Immergrünen Sichtschutz bieten Lorbeerkirsche, Portugiesischer Lorbeer oder Glanzmispel. Sie lassen sich gut in Form halten, machen aber auch in freiwachsenden Hecken, zum Beispiel gemischt mit Blütensträuchern, ein gutes Bild.

Harald Maissen,
Maissen die Gärtnerei in Koblach

Blühender Sichtschutz

Blütenhecken sind optisch eine besondere Zierde. Flieder, Rose, Weigelie, Kolkwitzie, Forsythie, Schneeball oder beispielsweise Rispenhortensie brauchen zur optimalen Entfaltung je nach Art und Wuchs etwa zwei Meter in der Breite.

Ein strenger, formaler Schnitt würde die Pflanzen verunstalten und reduziert ihre Blühfreude. Wir erhalten ihre Blühkraft durch Entfernen einiger älterer Triebe nach der Blüte. So erhalten sie ihre typische Wuchsform.

Der Übergang von Blütenhecke zu Wildhecke ist fließend, denn viele Wildgehölze bilden ebenso bezaubernde Blüten aus.

Felsenbirnen, Wildrosen oder Kornelkirschen erfreuen den Hobbygärtner im Herbst sogar mit genießbaren Früchten. Natürlich sind sie zusätzlich ein wertvoller Lebensraum und Futterquelle für die heimische Tierwelt. Ihr Platzbedarf ist ähnlich dem der Blütenhecken.

Gewusst wie

Dass der Herbst eine ideale Pflanzzeit ist, wurde bereits erwähnt. Der Boden sollte beim Pflanzen gründlich gelockert werden, denn verdichteter Untergrund ist häufig Anlass für Wuchsdepressionen.

Frisch gesetzte Gehölze benötigen bei Trockenheit ausreichend Wasser, bis sie am neuen Standort angewachsen sind. In den ersten Jahren sollten auch Beikräuter von den Gehölzen ferngehalten werden. Gegebenenfalls hilft hier eine dünne Schichte ­Rindenmulch dabei, die ­Nährstoffkonkurrenz abzuhalten.

(Gartentipp der NEUE Vorarlberger Tageszeitung)

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