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Unbekannter Hundertwasser: "Zeit reif, dass er verstanden wird"

Auch acht Jahre nach seinem Tod ist Friedensreich Hundertwasser ein Publikumsmagnet. Anlässlich seines 80. Geburtstags am 15. Dezember zeigt das KunstHaus Wien unter dem Titel "Der unbekannte Hundertwasser" nun Werke, die überhaupt noch nie in Österreich zu sehen waren.

Mit den Werken, darunter ein Flugzeugmodell, frühe Jugendbilder und ein Boxermantel für Henry Maske, sollen weitere Facetten Hundertwassers öffentlich gemacht werden.

Dieser war der “bekannteste österreichische Künstler der Nachkriegszeit – und auch der umstrittenste”, sagte sein enger Freund und frühere langjährige KunstHaus-Direktor Joram Harel am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. “Wirklich verstanden haben Hundertwasser die Allerwenigsten”, sagte der Direktor des Naturhistorischen Museums (NHM), Bernd Lötsch. Zum 80er sei “die Zeit reif, dass er nun verstanden wird”. Im NHM will ein international besetztes Symposium (11. bis 13. Dezember) zum erweiterten Verständnis des Künstlers beitragen. Hundertwasser sei “unverändert aktuell”, sagte Harel.

Mit seinen bunten Farben, fließenden Formen und unebenen Böden steht bei Hundertwasser das Organische im Zentrum – der “Spiralmaler” war ein “großer Kreislaufdenker”, sagte Lötsch nicht nur in Hinblick auf Hundertwassers Humus-Toilette. Da mag es vielleicht kurz verwundern, dass der am 15.12.1928 in Wien als Friedrich Stowasser geborene Künstler und Kosmopolit auch eine Boeing 757 verschönert hat. Doch die vor allem aus internationalen Privatsammlungen stammenden Werke der Schau, die auch Fotografien des Künstlers (der sich u.a. für ein heimliches Date in Paris mit Perücke und gefärbtem Bart verkleidet) und Architektur-Modelle beinhaltet, sind ansonsten typische Hundertwasser-Werke.

“Ein Hundertwasser-Bild muss erlebt werden, es muss ein Dialog entstehen”, sagte Harel. Dieser Dialog ist nun im KunstHaus in bisher nie dagewesener Form möglich: Die gesamte Ausstellungsfläche des Hauses wird erstmals Hundertwasser gewidmet, da neben der Dauerausstellung auch die Räume für Wechselausstellungen Werke des Initiators und Gestalters des KunstHauses zeigen. Viel Wert wird dabei auch auf die Ideenwelt des Künstlers gelegt. Der Kämpfer gegen die gerade Linie war überzeugt: “Was der Mensch macht, ist böse, was die Natur macht, ist gut.”

Die Ausstellung setzt sich aber weniger mit dem Hainburg-Aktivisten, Nummerntafel-Gestalter und Ökologie-Propagator auseinander, sondern mehr mit jenen Seiten, die “wir aus den Medien nicht so kennen”, sagte KunstHaus-Geschäftsführer Franz Patay. Für Harel ist die Schau die letzte von ihm kuratierte “in diesem Haus”, wie er sagte. Das 1991 eröffnete KunstHaus wurde 2007 in die Wien Holding eingegliedert. Zum Geburtstag des Malers wurde nun der Museumsshop erweitert, sagte Patay.

“Der unbekannte Hundertwasser”, 20.11. bis 15.3. 2009, tgl 10.00 bis 19.00 Uhr, http://www.kunsthauswien.at

Die Fotos von der Ausstellungseröffnung am 18.11.: 18.11.2008 Der unbekannte Hundertwasser - Ausstellung

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