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Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Altersgrenze bleibt

Volljährigkeit ab 17 - in Vorarlberg kein Thema.
Volljährigkeit ab 17 - in Vorarlberg kein Thema. ©APA
Schwarzach - In Ober- und Niederösterreich wird angedacht, nicht mehr alle über 17-Jährigen in spezielle Betreuungseinrichtungen unterzubringen. In Vorarlberg ist laut Auskunft der Flüchtlingskoordinatorin des Landes, Sonja Troger, keine Änderung der Altersgrenze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angedacht.

In zwei Wochen soll in Oberösterreich ein neues Konzept für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge fertig sein. Ebenso wie in Niederösterreich wird auch dort derzeit intern darüber diskutiert, nicht mehr automatisch alle über 17-Jährige in spezielle Betreuungseinrichtungen unterzubringen.

So könnte etwa in Einzelfällen geprüft werden, ob ein Jugendlicher, der, auch wenn er noch nicht volljährig ist, aber keine intensive Betreuung benötige, nicht in ein passendes Erwachsenenquartier aufgenommen werden könne, heißt es aus dem Büro der zuständigen Landesrätin Gertraud Jahn (SPÖ). Kostengründe würden bei der Entscheidung aber nicht im Vordergrund stehen, wird versichert. Derzeit werden in Oberösterreich 259 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut.

Vorarlberg: Keine Änderung geplant

In Vorarlberg ist laut Auskunft der Flüchtlingskoordinatorin des Landes, Sonja Troger, keine Änderung der Altersgrenze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angedacht. “Wir haben bereits bei den 77 Euro (bisheriger Tagsatz, Anm.) dazugezahlt und auch mit den 95 Euro (künftiger Tagsatz, Anm.) werden wir nicht ganz auskommen”, sagte Troger auf APA-Nachfrage.

“Standard einhalten”

Grund dafür sei das Kinder- und Jugendschutzgesetz des Landes, das “einen gewissen Standard hat, den wir einhalten müssen”. Derzeit betreut Vorarlberg 115 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, weitere 170 könnten laut Länderbeschluss noch kommen, berichtete Troger. Man bemühe sich deshalb darum, drei weitere betreute Wohngruppen für je 30 Kinder und Jugendliche zu finden. Ein bisheriges Erwachsenenquartier in Dornbirn werde gerade für minderjährige Flüchtlinge umfunktioniert, die bisherigen Bewohner würden im Laufe des Septembers auf andere Quartiere der Caritas aufgeteilt. Weitere geeignete Objekte würden geprüft.

Grüne verärgert über Pläne

Verärgert über die Pläne Niederösterreichs zeigte sich am Donnerstag die Grüne-Menschenrechtssprecherin Alev Korun. “Es kann nicht sein, dass nun jugendliche Flüchtlinge schlichtweg in Erwachsenen-Unterkünfte gesteckt werden sollen und man so tut, als wäre ein Minderjähriger ein Erwachsener – nur weil gewisse Funktionäre nicht gewillt sind, jugendgerechte Betreuungen zu schaffen.” Gerade schutzsuchende Jugendliche, die ohne Eltern in einem völlig fremden Land angekommen sind und die Sprache nicht sprechen, brauchen eine adäquate Betreuung. “Alles andere ist eine Verantwortungslosigkeit “, so Korun.

(APA)

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