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"Unabhängig von fossilen Energieträgern"

Strategien für eine nachhaltige Energiezukunft standen am Freitag im Mittelpunkt der Landtags­enquete "Gaskrise und zur Neige gehendes Öl: Wie kann sich Vlbg. aus der Abhängigkeit befreien?".

“Wir müssen bemüht sein, mit wirksamen Alternativstrategien die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern drastisch zu reduzieren. Dieses Bemühen wird verstärkt durch die Notwendigkeiten im Klimaschutz”, sagte Landtagspräsident Gebhard Halder.

Karl Kellner von der Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission informierte über das vom EU-Rat verabschiedete Energie- und Klimapaket. Dieses sieht unter anderem vor, Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien auf 20Prozent zu erhöhen und die Energieeffizienz um 20 Prozent zu steigern. Im EU-Aktionsplan vom November 2008 geht es u.a. darum, den Primärenergiebedarf um 20 Prozent zu senken. Derzeit sei erst die Hälfte erreicht. Insgesamt sei man auf gutem Wege, könne das Ziel aber nur erreichen, wenn weitere Maßnahmen gesetzt und diese auch immer wieder hinterfragt werden. Im Aktionsplan sei deshalb neben anderen Maßnahmen auch die Gebäuderichtlinie enthalten, die Mindeststandards für Neubauten und Sanierungen enthält. Zusätzlich stelle die EU Forschungsgelder in dieser Richtung zur Verfügung.

 

Dieses Energie- und Umweltpaket der EU ist eine Herausforderung, sagte Professor Stefan Schleicher von der Universität Graz. Österreich gehöre zu den fünf EU-Ländern mit dem höchsten Anteil an erneuerbarer Energie, habe aber in dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten und schneide in der Kyoto-Bilanz schlecht ab.

 

Laut Schleicher gilt es Anreize für ein Mobilitätsverhalten zu schaffen, das alle Verkehrsträger einbezieht, neue technologische Standards bei der Wohnbauförderung einzuführen und in hocheffiziente Kraft-Wärme-Technologien zu investieren. Weiters sollte im Neubau der Passivhaus-Standard weiter vorangetrieben werden. Vorstellen kann sich Schleicher auch eine Reform der Besteuerung des Individualverkehrs, die fixe Abgaben entlastet und fahrleistungsabhängige Abgaben erhöht.

 

Einsparungspotentiale sind vorhanden, betonte Adolf Groß, Landesenergiekoordinator und Leiter des Energieinstituts Vorarlberg. Bei der Energieaufbringung müsse verstärkt auf ökologisch nachhaltige Energieträger gesetzt werden, beim Energieverbrauch auf effizienten Einsatz. Eines der Handlungsfelder sei der ganze Bereich der Mobilität. Mit dem Projekt “Energiezukunft Vorarlberg” sei das Land auf dem richtigen Weg. Ob in 20 Jahren 14 oder 40 Prozent Einsparung erreicht würden, hänge maßgeblich von den Rahmenbedingungen ab, die gesetzt werden. Hier sei die Politik gefordert und es bedürfe einer noch stärkeren Sensibilisierung der Bürger, so Groß.

 

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