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UN-Klimaexperten beraten in Brüssel

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas forderte beim Treffen der UNO-Klima-Experten in Brüssel die USA ultimativ zu mehr Engagement und Kooperation im Kampf gegen die Erderwärmung auf.

„Es ist absolut notwendig, dass sie die USA bewegen, damit andere Länder folgen“, sagte Dimas zu Beginn der Beratungen des UN-Klimarates (IPCC) diese Woche in Brüssel. Den Vertretern Australiens warf er vor, entgegen der generellen öffentlichen Meinung, die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls weiter zu verweigern.

Dimas verlangte, dass die USA ihre „negative Einstellung“ ändern sollten: „Wir erwarten, dass die USA enger kooperieren“, sagte der Umweltkommissar. Die USA hätten ihren eigenen Zugang zum Klimaschutz, „aber dieser Zugang hilft nicht, um ein internationales Abkommen zu erreichen und senkt die Emissionen nicht“. Die USA hätten ihren Treibhausgasausstoß um 60 Prozent gegenüber 1990 erhöht, während die CO2-Emissionen der 15 alten EU-Mitgliedstaaten um 1,6 Prozent zurückgegangen seien und in der gesamten EU sogar um 7,4 Prozent.

Die EU habe sich zwar verpflichtet, bis 2020 ein Fünftel des Ausstoßes von gefährlichen Treibhausgasen einzusparen, jetzt sei aber ein internationales Abkommen „mit anderen großen Treibhausgasproduzenten und vor allem dem größten Klimaverschmutzer der Welt, den USA“ notwendig, forderte Dimas. USA und Australien haben als einzige Industrienationen das Kyoto-Protokoll zur CO-Reduktion bis jetzt nicht ratifiziert.

Der belgische Premierminister, Guy Verhofstadt, forderte angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse die Politik auf, die Menschen mit harten Maßnahmen zum Umdenken zu zwingen. Insbesondere sollte das Steuersystem stärker auf den Energieverbrauch abstellen. In Belgien werde schon jetzt bei bestimmten Unternehmenssteuern der CO2-Ausstoß berücksichtigt.

Rund 400 Delegierte der 190 Mitgliedstaaten des UN-Klimarates werden bis Freitag den nächsten Teilbericht zu den Auswirkungen der Erderwärmung wie Überschwemmungen, Dürren und Wassermangel in bestimmten Regionen fertig stellen. Der Bericht soll die Folgen des Klimawandels auf 20 Seiten für die Politik und die Öffentlichkeit zusammenfassen und wird am Freitag in Brüssel vorgestellt.

Die Umweltorganisation Greenpeace verlangte neuerlich dringend eine rasche Reduktion der Treibhausgase. „Mit jedem IPCC-Bericht wurde die Gefahr größer“, so die Klima-Aktivistin Stephanie Tunmore in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Menschen, die von den Folgen der Erderwärmung betroffen sind, habe sich in den vergangenen zwanzig Jahren verdreifacht und betreffe nahezu alle Entwicklungsländer. Die menschlichen Folgen einer unveränderten Klimaerwärmung wären „nicht akzeptabel“. Der Weltklimarat will insgesamt vier Berichte vorlegen. Kommenden Freitag wird der zweite Teil öffentlich gemacht, für 4. Mai ist eine Pressekonferenz zum dritten Teil geplant. Darin sollen Wege aufgezeigt werden, wie die Auswirkungen des Klimawandels verzögert werden können.

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