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Umfassende Unterstützung

Kinder, die Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch geworden sind, aber auch deren Bezugspersonen benötigen einfühlsame und gezielte Unterstützung.

Die erhalten sie beim IfS- Kinderschutz, einer Gruppe von zehn Fachleuten des Instituts für Sozialdienste. 2003 konnte die Opferschutzeinrichtung in 77 Fällen ihre Hilfe anbieten.

Schwierige Situationen

Eine Mutter ruft in der IfSBeratungsstelle Bregenz an und bittet um Unterstützung. Sie befürchtet, dass ihre kleine Tochter missbraucht worden ist. Oder ein Mann meldet sich bei der Jugendberatungsstelle Mühletor. Er erträgt die Schreie des Nachbarkindes nicht mehr – jedes Mal wenn der Vater betrunken nach Hause kommt. Eine Volksschullehrerin wendet sich an den IfS-Schulsozialarbeiter in Dornbirn, weil sie befürchtet, eines ihrer Kinder werde zu Hause grob vernachlässigt.

All das sind Situationen, die die Beteiligten in eine Krise stürzen und ein sehr umsichtiges Vorgehen verlangen. „Wenn wir Opfer von Gewalt begleiten und beraten – gerade wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt Ö, ist rasches und flexibles Handeln enorm wichtig“, sagt die Leiterin der IfS-Fachgruppe Kinderschutz, Ruth Rüdisser.

Beim IfS-Kinderschutz erhalten Hilfesuchende spätestens nach 24 Stunden einen ersten Beratungstermin. Eine Voranmeldung ist nicht nötig: „Während des Bereitschaftsdienstes können Ratsuchende jederzeit vorbeikommen.“

Bis hin zum Prozess

Im Gespräch mit den PsychologInnen und SozialarbeiterInnen wird die weitere Vorgehensweise gemeinsam geplant. Diese reicht von der Information über mögliche Wege und deren Folgen bis hin zur psychosozialen und juristischen Prozessbegleitung – von der Vorbereitung einer Anzeige bis zum Ende eines Gerichtsverfahrens. Anders als Behörden und Ärzte unterliegt der IfS-Kinderschutz nur in Ausnahmefällen der Meldepflicht, nämlich dann „wenn die Gewalt mit anderen Mitteln nicht zu stoppen ist“.

Sexueller Missbrauch

Erwachsenen rät die Psychologin Rüdisser, Andeutungen von Kindern zu Gewalterlebnissen auf jeden Fall ernst zu nehmen. Wichtig sei, nicht überstürzt zu agieren. Obwohl erst 2002 ins Leben gerufen, betreute der IfS-Kinderschutz im vergangenen Jahr bereits 77 Kinder, die Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch sind. Fast zwei Drittel der Betroffenen waren zwischen fünf und 14 Jahren alt. Um Rat und Unterstützung an das IfS gewandt hatten sich in 62 Fällen Frauen – häufig die Mutter des Opfers – und nur in 15 Fällen Männer.

In der Hälfte aller Fälle war sexueller Missbrauch die Ursache, das IfS aufzusuchen. In einem weiteren Drittel der Fälle bestand zumindest der Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Bei 13 Prozent der betreuten Kinder bestand der Verdacht auf körperliche Misshandlungen. Drei Viertel der verdächtigten Täter sind Männer, in 21 Fällen der Vater des Kindes.

 

IfS-Kinderschutz

 

Beratungsstelle Bregenz:
Dr. Ruth Rüdisser, Mag. Ulrike Basta, Mag. Cornelia Blum, DSA Roswitha Bickel

  • Tel. 0 55 74/4 28 90
  • Mail: ifs.bregenz@ifs.at
  • Beratungsstelle Bregenzerwald:
    Mag. Karoline Manser-Capello

  • Tel. 0 55 12/20 79
  • Mail: ifs.bregenzerwald@ifs.at
  • Beratungsstelle Hohenems:
    Mag. Michael Hollenstein

  • Tel. 0 55 76/7 33 02
  • Mail: ifs.hohenems@ifs.at
  • Beratungsstelle Feldkirch:
    Mag. Christine Ammann

  • Tel. 0 55 22/7 59 02
  • Mail: ifs.feldkirch@ifs.at

    Beratungsstelle Bludenz:
    Mag. Annabel Salomon

  • Tel. 0 55 52/ 6 23 03
  • Mail: ifs.bludenz@ifs.at

    Jugendberatungsstelle Mühletor

  • Tel. 0 55 22/7 67 29
  • Mail: ifs.muehletor@ifs.at

    Familienarbeit Bludenz
    Dr. Maria Feurstein

  • Tel. 0 55 52/6 69 07
  • Mail: ifs.fa.bludenz@ifs.at
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