Ukraine: Russland kürzt Gaslieferungen an Europa um zwei Drittel

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Gasunternehmens Naftogaz seine Erdgaslieferungen nach Europa um zwei Drittel gekürzt.

Der russische Gasmonopolist Gazprom habe am Dienstag nur 92 Millionen Kubikmeter Erdgas für Europa geliefert, gegenüber 221 Millionen am Montag und 300 Millionen an den Vortagen, sagte Naftogaz-Sprecher Walentin Semljanski in Kiew.

Nach Angaben des bulgarischen Energieministeriums in Sofia sind die russischen Gaslieferungen nach Bulgarien, Griechenland und Mazedonien sowie in die Türkei in der Nacht auf Dienstag gestoppt worden.

Trotz der aktuell aufgetretenen signifikanten Einschränkung russischer Erdgaslieferungen sei eine Versorgung Österreichs “unter den derzeitigen Bedingungen (Verbrauch, Wetter) bis auf weiteres gewährleistet”, meldete die OMV am Dienstag in einer Aussendung. Der Ausfall von rund 90 Prozent an russischem Erdgas werde aus den Vorräten kompensiert. Bereits in der Nacht wurde demnach dem Expertenteam der OMV von russischer Seite eine Reduktion der Gaslieferungen um 30-40 Prozent für heute angekündigt. In den frühen Morgenstunden kam es allerdings zu weiteren Lieferreduktionen: Gegen 8.00 Uhr wurden lediglich rund zehn Prozent russisches Gas an Baumgarten geliefert.

OMV und EconGas sind laut der Aussendung in permanentem Kontakt mit den zuständigen Stellen bei der Gazprom/Gazprom export. Die OMV Tochter EconGas hat demnach derzeit ca. 1,7 Mrd Kubikmeter Erdgas eingelagert. Um die Versorgungssicherheit weiterhin aufrechtzuerhalten, würden bereits entsprechende Speichermengen zur Verfügung gestellt, also ins österreichische Leitungssystem eingespeist. Das heißt, der aktuelle Ausfall von rund 90 Prozent an russischem Erdgas werde zur Gänze über die Speicher kompensiert. Werner Auli, Vorstand der OMV für Gas & Power: “Wir sind im laufenden Informationsaustausch mit unseren Partnern bei Gazprom/Gazprom export. Wir sind auch auf diese Situation entsprechend vorbereitet und haben daher zeitgerecht mit dem Zuschalten von Kapazitäten aus den Erdgasspeichern reagiert. Damit ist die Versorgungssituation bis auf weiteres sichergestellt.”

Russland hatte am Vortag angekündigt, seine Gaslieferungen nach Europa über die Ukraine zu reduzieren. Die Liefermenge sollte um das gleiche Volumen verringert werden, wie die Ukraine Gas abzweige, das für die europäischen Länder bestimmt sei, ließ Ministerpräsident Wladimir Putin am Montag Gazprom anweisen. Europa bezieht ein Fünftel seiner Gasversorgung über Leitungen durch die Ukraine. Mit dem Schritt droht in Europa bei tiefwinterlichen Temperaturen eine weitere Einschränkung der Versorgung.

Der russische Gasriese Gazprom habe die Versorgung für Europa über Leitungen in der Ukraine auf rund ein Drittel des Normalniveaus gesenkt, teilte der ukrainische Staatskonzern Naftogaz am Dienstag mit. “Das bedeutet, dass Europa in einigen Stunden Probleme mit der Gasversorgung haben wird”, sagte ein Sprecher. Bulgariens Wirtschaftsministerium erklärte, sämtliche russischen Lieferungen über die Ukraine nach Bulgarien, Griechenland, Mazedonien und in die Türkei seien gestoppt worden. “Wir sind in einer Krisensituation”, hieß es.

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