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Ukraine-Krise: Putin und Poroschenko für Ende der Gewalt

Ukraine-Krise: Erstes direktes Gespräch zwischen Putin und Poroschenko
Ukraine-Krise: Erstes direktes Gespräch zwischen Putin und Poroschenko ©EPA/ Bergmann/ BUNDESREGIERUNG
Russlands Präsident Wladimir Putin und sein neu gewählter ukrainischer Kollege Petro Poroschenko haben in der französischen Normandie erstmals ein Gespräch geführt und zu einem Ende des Blutvergießens und der Militäreinsätze im Osten der Ukraine aufgerufen.

Dies meldete die Nachrichtenagentur RIA Novosti am Freitag unter Berufung auf das russische Präsidialamt.

Erstes Treffen zwischen Putin und Poroschenko

Putin war am Rande der D-Day-Feierlichkeiten in der Normandie erstmals mit Poroschenko zusammengetroffen. Die Ukraine und der Westen haben Russland aufgefordert, zur Entspannung der Krise in seinem Nachbarland beizutragen. Dort kämpfen prorussische Separatisten für die Unabhängigkeit zweier Provinzen und deren Anschluss an Russland.

Beratungen über Waffenruhe angekündigt

Vor einem Mittagessen der geladenen Staats- und Regierungschefs im Schloss von Benouville hätten Putin und Poroschenko vereinbart, in den kommenden Tagen über “die Modalitäten eines Waffenstillstandes” zwischen Kiew und den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine zu beraten, verlautete am Freitag aus dem Umfeld des französischen Präsidenten Francois Hollande.

Gespräch stelle “einen fragilen Fortschritt” dar

Putin und Poroschenko hätten sich bei dem 15-minütigen Gespräch die Hand gegeben und sich “vollkommen normal unterhalten”. Den Angaben zufolge waren auch Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem – aus Berlin ebenfalls bestätigten – Treffen dabei, “das seit mehreren Tagen geplant und vorbereitet wurde”. Das Gespräch stelle “einen fragilen Fortschritt” dar und habe sich auch um wirtschaftliche Aspekte sowie allgemein “mögliche Maßnahmen der Deeskalation” zwischen Russland und der Ukraine gedreht.

Dazu gehörte demnach die Frage, ob und in welcher Form Moskau die Vereidigung Poroschenkos als neuer Staatschef am Samstag anerkennt. Putin wird einen Botschafter nach Kiew schicken. In der Abschlusserklärung des G-7-Gipfels vom Mittwoch hatte es geheißen, wenn Russland zur Amtseinführung Poroschenkos einen Botschafter entsende, “zeigt das natürlich, dass eine bestimmte Form der Anerkennung stattfindet”. Poroschenko war vor knapp zwei Wochen im ersten Anlauf mit absoluter Mehrheit zum neuen ukrainischen Präsidenten gewählt worden.

Auch Obama und Putin sprachen miteinander

US-Präsident Barack Obama und Putin waren sich beim Familienfoto der D-Day-Feiern vor dem Schloss Benouville in der Normandie zwar noch aus dem Weg gegangen.

Foto: AP
Foto: AP ©Foto: AP

Ein paar kurze Worte wechselten jedoch auch sie, wie aus französischen Delegationskreisen verlautete. Beide waren bereits am Donnerstagabend in Paris gelandet und hatten Hollande getroffen, waren sich selbst aber aus dem Weg gegangen.

D-Day-Feierlichkeiten in Ouistreham

Im französischen Ouistreham hat am Freitag die zentrale Feier anlässlich der Landung vor 70 Jahren in der Normandie begonnen. Mit der größten Landeaktion der Geschichte hatten die Alliierten die Niederlage Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entscheidend vorangetrieben. An der D-Day-Gedenkfeier am Strand von Ouistreham nahmen Kriegsveteranen sowie Staats- und Regierungschefs aus rund 20 Ländern teil.

(APA/red)

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