Ukraine: Krawtschuk will kooperieren

Nach dem Bruch zwischen dem Präsidenten Viktor Juschtschenko und der entlassenen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sehen die bisherigen Oppositionsparteien neue Kooperationsmöglichkeiten.

So kündigte der Ex-Präsident und Fraktionsführer der Vereinigten Sozialdemokraten (SDPU-o), Leonid Krawtschuk, laut der Agentur Interfax-Ukraine an, mit dem „Block Julia Timoschenko“ nach den Parlamentswahlen im März 2006 zusammenarbeiten zu wollen.

„Wir sind dafür bestimmt, unsere Bemühungen zu vereinigen“, sagte Krawtschuk laut Meldung von Montagabend in einem Radiointerview. Sein Amtsnachfolger als Staatsoberhaupt, Ex-Präsident Leonid Kutschma, hatte sich am Wochenende auf die Seite Juschtschenkos gestellt und dazu aufgefordert, den neuen Ministerpräsidenten Juri Jechanurow zu unterstützen.

Nach einem Bericht der Agentur Ria-Novosti kündigte Krawtschuk außerdem an, mit der Partei der Regionen von Ex-Ministerpräsident Viktor Janukowitsch noch in diesem Monat über die Bildung eines Wahlbündnisses für die Parlamentswahlen am 26. März 2006 verhandeln zu wollen. Janukowitsch hatte sich bereits mehrfach für ein Oppositionsbündnis ausgesprochen.

Sowohl die SDPU-o als auch die Partei der Regionen waren bei den vergangenen Präsidentenwahlen im Herbst 2004 Gegner des Bündnisses von Juschtschenko, der nach Massenprotesten gegen vermuteten Wahlfälschungen den Sieg errang. Mit Janukowitsch stellte die Partei der Regionen Juschtschenkos Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaft. SDPU-o-Chef ist der ehemalige Präsidialamtsleiter von Kutschma, Viktor Medwetschuk, der unmittelbar für die Wahlfälschungen verantwortlich gemacht wird.

Juschtschenko hatte die Regierung seiner einstigen Mitstreiterin Timoschenko am Donnerstag vergangener Woche entlassen. Grund dafür waren Korruptionsvorwürfe. Der neue Ministerpräsident Jechanurow soll noch in dieser Woche sein Kabinett vorstellen. Die beliebte Timoschenko hat angekündigt, mit einer eigenen Liste zur Parlamentswahl anzutreten.

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