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Uganda: 500 Kinder im Monat entführt

Rebellen in Nord-Uganda haben in den letzten zwei Jahren etwa 500 Kinder pro Monat entführt. Die Zahl der Binnenflüchtlinge im Bürgerkriegsgebiet hat sich verdreifacht.

Diese Zahlen veröffentlichte am Dienstag das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF. Die „Widerstandsarmee Gottes“ terrorisiert seit etwa 18 Jahren den Norden des Landes.

„Dies ist einer der schlimmsten humanitären Notfälle weltweit“, sagte UNICEF-Direktorin Carol Bellamy. Sie appellierte an die Rebellen, die entführten Kinder sofort freizulassen. „Die Welt muss endlich wach werden und das Ausmaß der Krise in Nord-Uganda begreifen.“

Etwa 80 Prozent der Vertriebenen seien Frauen und Kinder. Viele von ihnen erführen sexuelle Gewalt. Jede Nacht suchten etwa 44.000 Kinder vom Land die größeren Orte auf, um Angriffen der Rebellen zu entgehen.

Unterdessen hat die Afrikanische Union am Dienstag ihren Friedens- und Sicherheitsrat zur Krisenbeilegung auf dem Kontinent offiziell eingesetzt. Das neue Gremium solle helfen, die Krisen und Konflikte in Afrika „beträchtlich zu reduzieren“, sagte der mosambikanische Präsident und amtierende AU-Vorsitzende Chissano bei der Zeremonie in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

In Afrika gibt es zurzeit in zehn Ländern Konflikte. Die UNO hat auf dem Kontinent sechs verschiedene Friedenskontingente stationiert. Die AU will bis 2010 eine schnelle Eingreiftruppe von 15.000 Soldaten aufstellen.

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