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UEFA droht Italiens Vereinen

Die UEFA hat den italienischen Vereinen mit einem kollektiven Europacup-Ausschluss gedroht, sollten sich Ausschreitungen wie zuletzt während des Mailänder Derbys in der Champions League wiederholen.

“Wir könnten Entscheidungen treffen wie damals für die englischen Klubs”, sagte UEFA-Generalsekretär Lars-Christer Olsson nach der Sitzung der Exekutive am Mittwoch in Tallinn. Als Folge der Katastrophe 1985 im Brüsseler Heysel-Stadion, als vor der Partie FC Liverpool – Juventus Turin 39 Menschen starben, waren Englands Vereine fünf Jahre lang von allen internationalen Wettbewerbe ausgeschlossen worden. Als Konsequenz auf die vermehrten Zwischenfälle der vergangenen Monate, die u.a. zum Rücktritt des von Morddrohungen begleiteten schwedischen Schiedsrichters Anders Frisk geführt hatten, will die UEFA bis zu ihrer Juni-Sitzung einen neuen Strafen- und Maßnahmenkatalog ausarbeiten.

“Was in diesem Frühjahr geschehen ist, ist nicht akzeptabel. Und es wird von der UEFA eine sehr klare Botschaft geben, das kann ich versprechen”, sagte Olsson. Verstöße gegen das Fair Play sollen demnach wesentlich schneller mit Punkteabzügen oder Platzsperren geahndet werden. Im Fokus der UEFA ist dabei vor allem Italien.

Im Oktober 2004 hatte Frisk während des Champions League-Spiels zwischen AS Roma und Dynamo Kiew eine blutige Kopfwunde erlitten, nachdem er von einem Wurfgeschoss getroffen worden war. Auch im Mailänder San-Siro flogen zuletzt massenweise Leuchtraketen und andere Gegenstände aufs Feld. “In Italien muss sich Entscheidendes verändern”, sagte Olsson. Sollten die Behörden weiterhin so lasch vorgehen wie bisher, hätte die Bewerbung der Azzurri um die Ausrichtung der EM 2012 nicht den Hauch einer Chance.

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