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UEFA-Cup: 3:1-Sieg von Pasching

Der FC Superfund Pasching kam am frühen Dienstagabend im Hinspiel der zweiten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde gegen den russischen Tabellenführer Zenit St. Petersburg zu einem 3:1 (2:1)-Heimerfolg.

Vor 4.300 Zuschauern im Waldstadion gerieten die Oberösterreicher durch ein Eigentor von Tolunay Kafkas in der zehnten Minute mit 0:1 in Rückstand, aber Edi Glieder (16. und 85. Minute/jeweils Elfmeter) und Christian Mayrleb (35.) drehten die Partie noch eindrucksvoll zu Gunsten der Hausherren um. Das Rückspiel findet am 26. August in St. Petersburg statt.

Der Respekt von Georg Zellhofer vor dem Liga-Leader aus dem Land des EM-Starters war groß gewesen, aber der Langzeit-Coach hatte die Hausherren perfekt auf den Favoriten eingestellt. Das offensiv ausgerichtete Mittelfeld Bule – Kirchler – Flögel – Jezek unterstützte das Sturm-Duo Glieder – Mayrleb und sorgte immer wieder für Gefahr in der Abwehr der Russen. Nach frühen Chancen von Mayrleb (3.), Jezek (6.) und Bule (9.) aber mussten die Paschinger in der zehnten Minute den Schock des 0:1 verdauen: Arschawin setzte sich auf der linken Seite gegen Baur durch, der die anschließende Hereingabe noch leicht abfälschte, und in der Mitte „besorgte“ der türkische Abwehr-Routinier Tolunay Kafkas mit einem kuriosen Eigentor den Rest.

Doch auch die Gäste verteilten in der Folge ein wahres Tor-„Geschenk“ an den Gegner: Der tschechische Verteidiger Martin Horak (einer von sechs Legionären in der Startformation) ging im Strafraum völlig unmotiviert mit der Hand zum Ball und Edi Glieder verwertete den Elfmeter sicher mit rechts ins linke Eck zum Ausgleich (16.). Auch in der Folge waren die Gastgeber ganz klar tonangebend. Kirchler (28.) und Glieder (29.) ließen zunächst noch Gelegenheiten zum 2:1 ungenutzt, doch in der 35. Minute war die hochverdiente Führung perfekt: Kafkas-Ersatzmann Torsten Knabel bediente mit einer Vorlage in die Tiefe Christian Mayrleb und der knallte den Ball ins lange Eck.

Nicht nur ein Zenit-Fan, der nach dem zweiten Pasching-Treffer den Platz stürmte, war überrascht von der sensationellen Entwicklung auf dem Rasen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Mayrleb dann sogar noch die hundertprozentige Möglichkeit zum 3:1, doch alleine vor Torhüter Malafejew setzte er den Ball knapp am Gehäuse vorbei.

Auch nach dem Wechsel bekam Malafejew (neben Bystrow, Kerschakow und dem gesperrten Radimow einer von vier Zenit-Spielern im russischen Europameisterschafts-Kader) wesentlich mehr zu tun, als er sich wohl vor der Partie erwartet hätte. Wisio (50.), Chaile (57.), Jezek (64.) und Glieder (70.) vergaben, aber im Mittelpunkt stand Christian Mayrleb. Gezählte fünf Mal (69., 73., 76., 78. und 83.) scheiterte der Ex-Teamspieler zunächst, ehe er in der 85. Minute nach leichter Attacke von Sumulikoski noch einen Elfmeter herausholte. Edi Glieder verwertete erneut nervenstark und sorgte für den mehr als verdienten 3:1-Erfolg.

Im Finish war bei Chancen des eingewechselten Sariyar (86.) sowie von Baur (89.) sogar noch ein weiterer Pasching-Treffer möglich. Die Russen waren angesichts der Chancen-Vielfalt des FC Superfund mit dem 1:3 noch gut bedient.

Edi Glieder (Zweifacher Torschütze): „Wer das Spiel gesehen hat, weiß, dass wir auch zwei bis drei Tore mehr hätten schießen können. Trotz allem ist ein 3:1 ein gutes Resultat, mit dem wir in Russland gute Chancen auf den Aufstieg haben.“ Angesprochen auf seine beiden kaltschnäuzig verwerteten Elfmeter antwortete Glieder: „Das ist mein Job“.

Christian Mayrleb (Pasching-Stürmer): „Natürlich tut es weh, derartig viele gute Möglichkeiten zu vergeben, aber ich kann mit meiner Leistung dennoch zufrieden sein. Ich habe zwei Elfmeter herausgeholt und wir haben 3:1 gewonnen. Was will man mehr?“

Georg Zellhofer (Pasching-Trainer): „Wir haben heute ein Fußball-Fest der Extraklasse erlebt. Zwar geht man mit flauen Gefühlen in ein Spiel gegen den russischen Tabellenführer, doch am Ende sind die Sorgen zum Glück verflogen. Die Zuschauer bekamen sehr viel geboten und dass man nicht aus jeder Chance ein Tor machen kann, ist auch klar.“

Vladimir Borovicka (Co-Trainer Zenit St. Petersburg): „Ich habe meine Mannschaft heute überhaupt nicht wiedererkannt. Wir haben gar nichts gezeigt, obwohl wir nach dem Eigentor eigentlich ruhig spielen hätten können. Wenn wir heute 8:1 verloren hätten, wären wir auch beim Rückspiel chancenlos gewesen.“

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