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Über 39.000 Entführte in Kolumbien in 40 Jahren

Zwei Drittel gehen auf das Konto von linksgerichteten Guerilla-Gruppen.
Zwei Drittel gehen auf das Konto von linksgerichteten Guerilla-Gruppen. ©AP
Über 39.000 Menschen sind in Kolumbien zwischen 1970 und 2010 entführt worden. Die geht aus einem Bericht hervor, der am Donnerstag in Bogotá von dem demoskopischen Institut Cifras y Conceptos vorgestellt worden ist.

In 37 Prozent der Fälle trage die Farc-Guerilla die Verantwortung für die Entführungen. Die prokubanische Eln-Guerilla sei für rund 30 Prozent verantwortlich, während die restlichen Entführungen den Paramilitärs und anderen Verbrechergruppen zugeschrieben werden.

Neun Prozent sterben in Gefangenschaft

Die meisten Entführungen (59 Prozent) dauerten bis zu 30 Tage, neun Prozent dagegen über ein Jahr. Sechs von zehn Opfern wurden nach Zahlung eines Lösegelds freigelassen, zwanzig Prozent wurden von Sicherheitskräften befreit und neun Prozent starben in Gefangenschaft. Von den insgesamt 39.058 Entführungen sind nur in 3144 Fällen die Schuldigen vor Gericht verurteilt worden. 301 Menschen wurden mehr als einmal entführt, einer sogar fünfmal.

Der Bericht “Una verdad secuestrada” (Eine entführte Wahrheit) wurde in fünfjähriger Arbeit mit Unterstützung des Nationalen Zentrums zur Historischen Erinnerung und der EU angefertigt.

(APA)

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