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Udo-Jürgens-Musical feierte Weltpremiere

Das Musical „Ich war noch niemals in New York“ mit den größten Hits des österr. Komponisten hat am Sonntagabend eine umjubelte Weltpremiere auf der Reeperbahn gefeiert. Video im Bericht

38 Darsteller zwischen 14 und 75 Jahren brachten Lieder wie „Aber bitte mit Sahne“, „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ oder „Mit 66 Jahren“ auf die Bühne des Operettenhauses.

„Wir sprechen Gefühle an von Lachen bis Weinen. Die gesamte Skala, die ein Mensch so drauf hat. Das ist eigentlich typisch für meine Musik und meine Konzerte. Ich freue mich, dass uns das auch im Musical gelungen ist“, sagte Jürgens. Nach der Premiere stieg er selbst auf die Bühne und sang mit dem Ensemble „Ich war noch niemals in New York“.

Begeistert zeigten sich die Premierengäste nach der Aufführung. „Das war ein toller Abend, man ist wirklich dankbar“, sagte TV- Regisseur Dieter Wedel. „Es spricht für die Qualität seiner Lieder, dass sie auch ohne ihn funktionieren.“ „Großartig“, meinte auch Fernsehmoderator Reinhold Beckmann und lobte vor allem Hauptdarstellerin Kerstin Marie Mäkelburg. „Ich bin noch ganz gerührt. Das war eine wirklich gelungene Sache“, sagte Komiker Karl Dall. Sein persönlicher Favorit: „Mit 66 Jahren“ – „in dem Alter bin ich jetzt auch“. „Mörderisch gut“, fand TV-Moderator Carlo von Tiedemann die Aufführung. „Wer nicht hierhin geht, macht einen entscheidenden Fehler.“ Das Musical, für das bereits 150.000 Karten verkauft wurden, ist die erste deutsche Eigenproduktion der Stage Entertainment.

Erzählt wird die Geschichte der erfolgreichen TV-Moderatorin Lisa (Mäkelburg). Deren Mutter Maria (Ingeborg Krabbe) verschwindet mit Otto (Horst Schultheis) aus dem Seniorenheim, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen: Einmal nach Amerika fahren und dann unter der Freiheitsstatue heiraten. Heimlich machen sich die beiden mit einem Kreuzfahrtschiff auf die Reise. Als Lisa davon erfährt, nimmt sie mit Ottos Sohn Axel (Jerry Marwig) und dessen zwölfjährigem Sohn die Verfolgung auf. Auf hoher See treffen die drei Generationen aufeinander. Mit von der Partie sind außerdem Lisas schwule Assistenten Fred (Veit Schäfermeier)und Costa (Ronny Rindler).

Das Musical (Regie: Christian Struppeck und Glenn Casale) verwebt geschickt Probleme unserer Zeit mit den größten Hits von Udo Jürgens. Mäkelburg gibt eine harte Karrierefrau, die vor lauter Hektik vergisst, dass es noch etwas anderes im Leben gibt als Arbeiten. Marwig überzeugt als Chauvi, der als Vater und Frauenversteher versagt hat. Aus Angst vor Verletzungen trauen sich beide nicht, zu ihren Gefühlen zu stehen. Stattdessen liefern sie sich einen flotten Kampf der Geschlechter mit witzigen Dialogen von Grimme-Preisträger Gabriel Barylli: „Ich bin nicht dein Wasserträger“ – „Typisch Mann: verantwortungslos, bindungsscheu“.

Krabbe ist hinreißend als resolute Pensionistin („Freiheit muss man sich erkämpfen“) und Schultheis überzeugt als ihr ruhiger Gegenpol. Nur singen können die beiden Schauspieler längst nicht so gut wie der musicalerfahrene Rest des Ensembles. Die Lieder, die der Brite Michael Reed zusammen mit Udo Jürgens neu arrangiert hat, passen mal perfekt zur Handlung („Vater und Sohn“), mal muss der Traum von der griechischen Insel oder der Wohnungsrauswurf herhalten, um Hits wie „Griechischer Wein“ oder „Ehrenwertes Haus“ unterzubringen. Gefühlvolle Balladen („Was wichtig ist“, „Immer wieder geht die Sonne auf“) wechseln sich ab mit temporeichen Tanzeinlagen („Aber bitte mit Sahne“, „Schöne Grüße aus der Hölle“). Eine aufwendige Fahr- und Drehkonstruktion (David Gallo) verwandelt die Bühne vom TV-Studio und Altersheim zum Deck auf hoher See und zur pompösen „Hochzeitssuite“.

Udo Jürgens singt “Ich war noch niemals in New York”

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