U19 im Halbfinale gegen Favorit

Bei brütender Nachmittagshitze kämpft das österreichische Fußball-U19-Nationalteam am Mittwoch ab 15:30 Uhr in Wronki/Polen gegen Titelfavorit Spanien um den Einzug ins EM-Finale.

Drei Tage nach dem 4:1 im letzten Gruppenspiel gegen Belgien hat die Truppe von Erfolgstrainer Paul Gludovatz vor den Augen von Verbands-Präsident Friedrich Stickler die Chance, als erste ÖFB-Nachwuchself seit neun Jahren in ein EM-Endspiel einzuziehen.

Im Mai 1997 verpasste die rot-weiß-rote U16-Auswahl (u.a. mit Goalie Hans-Peter Berger und Thomas Eder/beide Ried) in Celle/Deutschland den Titel erst im Elfmeterschießen. Damals hieß der Gegner ebenfalls Spanien und der Teamchef natürlich Paul Gludovatz. Zum bereits 13. Mal führte der 60-jährige Burgenländer heuer eine ÖFB-Mannschaft zu einer EM-Endrunde. Und wie schon 2003 mit den dritten Plätzen der U17- und U19-EM erfüllten die heimische Nachwuchskicker auch in Polen wieder die in sie gesetzten Erwartungen.

„Wir haben gegen Spanien absolut nichts zu verlieren. Mit dem Halbfinaleinzug und der Qualifikation für die WM 2007 in Kanada haben wir bereits alle Ziele erreicht“, nahm Gludovatz seinen Schützlingen vor dem Duell mit den Iberern, die ihre Gruppe (B) ungeschlagen auf Platz eins beendeten, Druck von den Schultern. Dennoch impfte er seiner Truppe auch jenes Selbstvertrauen ein, das gegen die mit zahlreichen Akteuren großer Klubs wie Real Madrid (Torhüter Garrido und Torjäger Bueno) oder Manchester United (Pique) gespickte spanische Auswahl nötig sein wird.

„Wir haben sie heuer schon geschlagen“, erinnerte Gludovatz an den 1:0-Auswärtserfolg über den U19-Europameister 2002 und 2004 in Orihuela (Provinz Alicante) im April dieses Jahres und fügte hinzu: „Wir wollen zeigen, dass wir Fußball spielen können.“ Neben der Sperre des bisher vierfachen Turnier-Torschützen Erwin Hoffer, der den Spaniern laut Gludovatz „sicher wehgetan hätte“, macht dem ÖFB-Coach vor allem die frühe Beginnzeit Kopfzerbrechen.

„Die Temperaturen dämpfen meinen Optimismus. Wir fahren eineinhalb Stunden von Posen nach Wronki und sind der Hitze daher ab Mittag ausgeliefert. Aber die Uhrzeit diktiert natürlich Eurosport“, meinte Gludovatz, der sein Team am Dienstag mit Videostudium auf die Spanier vorbereitete. Eine konkrete Aufstellung hat Gludovatz noch nicht im Kopf, er kündigte aber an, „einige Frische“ zu bringen.

„Nur Pressing wird gegen die Spanier jedenfalls nicht reichen. Das haben schon die Schotten (0:4/Anmerkung) und Türken (3:5) probiert“, weiß der Burgenländer, der nicht daran denkt, die Euphorie in der Mannschaft zu bremsen. „Wir wollen weiter auf dieser Welle reiten, denn an der Niederlage gegen Tschechien (1:3 im Gruppenspiel/Anm.) hatten die Burschen ohnehin zu knabbern. Natürlich sind die Spanier Favorit, doch wenn man das Semifinale erreicht hat, will man noch mehr.“

ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger, der sich am vergangenen Donnerstag beim 1:3 gegen Tschechien als schlechter Glücksbringer erwiesen hat, weilt in dieser Woche übrigens auf Urlaub, wird aber via ORF Sport Plus mitfiebern.

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