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TV: Saddams Verteidiger getötet

Im Irak haben Extremisten laut Medienbericht einen Hauptverteidiger des irakischen Ex-Machthabers Saddam Hussein getötet. Dies berichtete das staatliche Fernsehen.

Ein weiterer Anwalt des früheren irakischen Staatschefs Saddam Hussein ist am Mittwoch in Bagdad entführt und erschossen worden. Hauptverteidiger Khalil al-Dulaimi erklärte, sein Kollege Khamis al-Obeidi sei am Morgen von Männern in Polizeiuniformen aus seinem Haus verschleppt und später ermordet worden. Dulaimi machte das Innenministerium dafür verantwortlich. Obeidi vertrat im Prozess Saddam Hussein und dessen Halbbruder Barzan al-Tikriti. Chefankläger Jaafar al-Moussavi bestätigte den gewaltsamen Tod des Anwalts. Bei einer Serie von Angriffen sind am Mittwoch im Irak mindestens sieben Menschen getötet worden.

Obeidi ist bereits das dritte Mitglied des Verteidiger-Teams, das seit Beginn des Prozesses gegen Saddam Hussein und andere Exponenten des früheren Baath-Regimes ermordet wurde. Im Oktober und November vergangenen Jahres hatten Unbekannte einen Anwalt von Ex-Vizepräsident Taha Yassin Ramadan und einen Verteidiger des früheren Richters Awad al-Bandar getötet. Ein weiterer Anwalt wurde verletzt. Der Generalstaatsanwalt hatte am Montag für Saddam Hussein und zwei weitere Angeklagte die Todesstrafe gefordert. Die Schlussplädoyers der Verteidigung sind für den 10. Juli vorgesehen.

Obeidis Leiche sei mit Schusswunden auf einer Straße in der Nähe des schiitischen Stadtteils Sadr City gefunden worden, erklärte Polizeisprecher Thaer Mahmoud. Im Gegensatz zu Dulaimi, der in Jordanien lebt, wollte Obeidi trotz der angespannten Sicherheitslage in Bagdad bleiben.

Zwei vermeintlich bei einem Feuerüberfall getötete US-Soldaten sind vorsätzlich von irakischen Sicherheitskräften erschossen worden, die die Amerikaner auf Patrouille begleitet hatten. Das ergab eine Untersuchung der US-Streitkräfte. Der Vorfall trug sich im Juni 2004 nahe der Stadt Balad zu. Er kenne keinen vergleichbaren Vorfall, sagte Pentagon-Sprecher Paul Boyce am Dienstag (Ortszeit). Einzelheiten wollte er mit Hinweis auf Respekt vor den Angehörigen der beiden getöteten Soldaten nicht nennen. Boyce äußerte sich nicht dazu, ob die Ermittler ein Motiv für die Tat herausgefunden haben und die mutmaßlichen Täter festgenommen worden sind.

Die Leichen der zwei im Irak verschleppten US-Soldaten sind so stark verstümmelt aufgefunden worden, dass eine Identifizierung durch einen DNA-Test notwendig ist. Ein Militärsprecher erklärte am Dienstagabend in Bagdad, die Bergung der Leichen habe mehrere Stunden gedauert, weil diese von Sprengfallen umgeben gewesen seien. Die Soldaten waren am Freitag entführt worden. Das US-Militärkommando erklärte, in Bagdad sei am Mittwoch der Anführer eines Killerkommandos festgenommen worden. Die Mitglieder seiner Gruppe sollen in der Hauptstadt Iraker entführt, gefoltert und ermordet haben. Ein zweiter Verdächtiger sei in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Kadhimiya zusammen mit Nuri Abu Haidar al-Okabi festgenommen worden, erklärte die US-Armee. Okabi habe in seiner Organisation den Titel „Vorsitzender des Bestrafungskomitees“ getragen.

Eine von Al-Kaida im Irak angeführte Extremisten-Gruppe hat laut einer Erklärung im Internet angekündigt, vier entführte Russen zu töten. Die Regierung in Moskau habe die Frist von 48 Stunden verstreichen lassen, ohne auf die gestellten Forderungen eingegangen zu sein, hieß es am Mittwoch. Die Gruppe „Rat der Mujaheddin Shoura“ hatte den Abzug der russischen Soldaten aus Tschetschenien und die Freilassung inhaftierter Muslime gefordert.

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