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Türkische Fußballfans stören Schweigeminute für Paris mit Pfiffen

Pfiffe und Parolen von türkischen Fans während Paris-Schweigeminute.
Pfiffe und Parolen von türkischen Fans während Paris-Schweigeminute. ©AFP
Beim Testspiel zwischen der Türkei und Griechenland am Dienstag kam es vor dem Anpfiff zu einem Skandal: Während einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Paris gellten laute Pfiffe von den Zuschauerrängen, gemischt mit Parolen und "Allahu Akbar"-Rufen. - Anders beim Spiel England gegen Frankreich, die englischen Fans sangen die "Marseillaise" lauthals mit.

Wie bei allen anderen Fußballspielen auch sollte vor der Partie im Fatih-Terim-Stadion in Istanbul den Terroropfern von Paris gedacht werden. Auf den Rängen auch die hohe Politik: Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras sah sich das Spiel auf Einladung seines türkischen Gegenparts Ahmet Davutoglu im Stadion an. Doch als sich die Manschaften am Mittelkreis zur Schweigeminute aufgestellt hatten, störten zahlreiche türkische Anhänger die Zeremonie mit Pfiffen und Parolen.

Pfiffe und Parolen von türkischen Fans

Einige Zuschauer skandierten “Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar” – eine Parole der türkischen Nationalisten gegen die kurdische PKK. Auch “Allahu Akbar”-Rufe waren zu hören. Erst als Türkei-Kapitän Arda Turan die Fans mit Handzeichen zum Schweigen aufforderte, wurde es etwas ruhiger.

Der Trainer der türkischen Nationalmannschaft, Fatih Terim, äußerte sich nach dem Match enttäuscht: “Während der Nationalhymne und der Schweigeminute sollten sich unsere Fans eigentlich benehmen können. Griechenland ist unser Nachbar – heute waren wir keine guten Nachbarn.”

Die türkischen Spieler während der gestörten Schweigeminute: kritische Gesichter Richtung Tribüne. (AP)
Die türkischen Spieler während der gestörten Schweigeminute: kritische Gesichter Richtung Tribüne. (AP) ©Die türkischen Spieler während der gestörten Schweigeminute: kritische Gesichter Richtung Tribüne. (AP)

“Trauermarsch statt Schweigeminute”

Griechenlands Trainer Michael Skibbe versuchte die türkischen Fans in Schutz zu nehmen: “In der Türkei wird normalerweise mit einer Trompete ein Trauermarsch gespielt, anschließend gibt es respektvollen Applaus. Eine Schweigeminute wie in Europa ist in der Türkei nicht üblich. Die Fans haben wohl den gewohnten Trauermarsch erwartet, den es dann nicht gab.”

Das Spiel selbst endete 0:0 unentschieden. Es war das erste Aufeinandertreffen der Türkei und Griechenland seit acht Jahren.

Englische Fans singen die “Marseillaise” mit

Eine gänzlich andere Stimmung herrschte beim Freundschaftsspiel zwischen England und Frankreich. Zunächst legten die beiden Trainer Didier Deschamps und Roy Hodgson sowie Prince William Blumengebinde in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot am Spielfeldrand nieder.

Dann wurde das übliche Zeremoniell umgedreht und zuerst die Hymne des Gastgebers England “God save the Queen” gespielt. Bei der anschließenden französischen Nationalhymne “Le Marseillaise” wurde der Text auf den Anzeigentafeln des Wembley-Stadions angezeigt – und die englischen Fans gaben ihr Bestes und sangen gemeinsam mit den 1700 Franzosen im Stadion die Hymne des Gegners lauthals mit:

In Anbetracht der traditionellen Rivaliät zwischen England und Frankreich ein echter Gänsehautmoment. Auch während der Schweigeminute vor dem Anpfiff herrschte Stille im Stadion. Das Spiel selbst war kein sonderlich spannendes und endete 2:0 für England. (red)

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