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Tsunami: Zahl der Opfer steigt weiter

Vier Wochen nach der Flutkatastrophe in Südasien ist die Zahl der Toten und Vermissten in Indonesien erneut rapide angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums erhöhte sich die Zahl der Opfer auf 228.429.

Damit kamen in den Flutgebieten in Südasien nach jüngsten Angaben insgesamt mehr als 280.000 Menschen ums Leben. Am Sonntag waren die Opferzahlen mit insgesamt 227.000 beziffert worden.

Für die Angehörigen mancher Österreicher, die während des Tsunami in Südostasien verschwanden, wird es möglicherweise niemals Klarheit über deren Schicksal geben. Das räumte Außenministerin Plassnik Montagabend in der „ZiB 2“ des ORF ein. Die Außenministerin befindet sich derzeit in Sri Lanka, um sich ein Bild von der Situation nach der Flutkatastrophe zu machen.

Zur Anzahl der 101 in Südostasien vermissten Österreicher sagte Plassnik, man werde damit „für längere Zeit leben müssen“. „Mit dem Zeitablauf wird die Hoffnung immer geringer“, noch Überlebende zu finden, erklärte die Außenministerin.

Auf die Frage, ob die Hilfen auch in den Gebieten der tamilischen Rebellen gerecht verteilt würden, sagte Plassnik, sie habe den Eindruck gewonnen, dass die Regierung Sri Lankas sich darum bemühe: „Man sollte aber keine übertriebenen Erwartungen haben.“

Asiatische Staaten beraten über Frühwarnsystem

Mehrere asiatische Staaten haben am Dienstag Gespräche über den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems begonnen. An dem Treffen in Peking nahmen Vertreter der zehn ASEAN-Staaten sowie aus China, Japan und anderen Ländern teil.

Zu Beginn der Konferenz legten die Teilnehmer eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Flutwellenkatastrophe in Südasien ein. „Wären wir letzten Monat besser vorbereitet gewesen, wäre der Verlust an Menschenleben weitaus geringer gewesen“, sagte der Vize-Landwirtschaftsminister von Laos, Sitaheng Rasphone. Bei der Tragödie vom 26. Dezember kamen nach neuesten Behördenangaben vermutlich rund 280.000 Menschen ums Leben.

500.000 indonesische Überlebende haben psychische Störungen

Fast 500.000 Überlebende der Flutwelle in Indonesien leiden nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an psychischen Störungen. Von diesen bräuchten voraussichtlich 200.000 auch in Zukunft psychiatrische Hilfe, sagte am Dienstag der WHO-Experte Benedetto Saraceno in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Mit Hilfe des Gesundheitsministeriums sollten Gemeinschaftszentren in der besonders schwer getroffenen Provinz Aceh errichtet werden. Dort würden traumatisierte Erwachsene und Kinder betreut.

Ohne medizinische Betreuung würden die Überlebenden ein post-traumatisches Stress-Syndrom entwickeln, warnte ein Experte der Universität Melbourne, Harry Minas. Dabei werde das Gefühl des Schocks und der Taubheit von ständigen Angstattacken und Albträumen mit dem Tod als Inhalt abgelöst. Das Stress-Syndrom kann nach Aussage von Minas von allem ausgelöst werden, was die Betroffenen an den Tsunami erinnere, sei es Wasser, Strand oder Gewalt.

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