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Tschetschenien: Geheimdienst mordete?

Eine Woche nach dem Tod des früheren Tschetschenen-Präsidenten Maschadow bezweifeln russische Medien die offizielle Version. Es wird eine Inszenierung des russischen Geheimdienstes vermutet.

Die Zeitung „Moskowski Komsomolez“ berichtete am Dienstag, die Erstürmung von Maschadows Versteck nördlich von Grosny am 8. März sei nur inszeniert gewesen. Vielmehr sei Maschadow vom russischen Geheimdienst ermordet worden.

Tschetschenen hätten Maschadow Tage zuvor gefangengenommen und verhört, so die Zeitung. Bewohner der Ortschaft Tolstoj-Jurt, in der Maschadow angeblich am 8. März bei einer Explosion in seinem Versteck ums Leben kam, berichteten, der frühere Präsident sei bereits tot in das Dorf gebracht worden.

Die russische Einsatzleitung teilte an diesem Montag mit, das teilweise zerstörte Haus, in dem Maschadow angeblich gefunden wurde, sei später gesprengt worden. Die Zeitung „Kommersant“ äußerte am Dienstag den Verdacht, der Geheimdienst habe damit Spuren verwischen wollen.

Unmittelbar nach der Nachricht vom Tod Maschadows hatte der tschetschenische Vizeregierungschef Ramsan Kadyrow im Fernsehen gesagt, er selbst habe mit Maschadow gesprochen. Es blieb dabei unklar, ob sich Kadyrow auf eine Begegnung vor wenigen Tagen oder vor längerer Zeit bezog.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte am Dienstag in Moskau mit, er habe zehn Millionen US-Dollar (7,48 Mio. Euro) an mehrere Personen ausgezahlt, deren Hinweise zur Tötung Maschadows geführt hätten. Den Personen werde geholfen, in eine andere Region Russlands oder ein islamisches Land umzusiedeln. Nach FSB-Angaben seien ebenfalls zehn Millionen Dollar auf den Terrordrahtzieher Schamil Bassajew ausgesetzt, der sich zu Geiselnahmen und Bombenanschlägen mit Hunderten von Toten bekannt hat.

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