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Trumps Wahlkampagne gerät ins Straucheln

Trump mit seinem Ex-Vertrauten Corey Lewandowski
Trump mit seinem Ex-Vertrauten Corey Lewandowski
Die Präsidentschaftskampagne des US-Immobilienmilliardärs Donald Trump ist ins Straucheln geraten. Der Rechtspopulist trennte sich nicht nur von seinem Kampagnenleiter Corey Lewandowski, wie eine Trump-Sprecherin am Montag mitteilte. Er sieht sich zudem mit neu formiertem Widerstand aus den Reihen der eigenen Republikanischen Partei konfrontiert.


Trump hatte in den Umfragen zuletzt deutlich an Zustimmung eingebüßt. Er liegt demnach derzeit klar hinter seiner Rivalin von den Demokraten, Hillary Clinton.

Auch hatte der Immobilienmagnat in den vergangenen Wochen mit diversen Äußerungen für neuen Unmut in den eigenen Reihen gesorgt. Dazu gehörten seine harten Attacken gegen einen Bundesrichter, der mit Klagen gegen eine früher von Trump betriebene Fortbildungseinrichtung, der Trump University, befasst ist. Der Milliardär hatte dem Richter vorgeworfen, dieser sei wegen seiner mexikanischen Herkunft voreingenommen.

Auch Trumps nach dem Anschlag von Orlando signalisierte Bereitschaft, eine vorsichtige Einschränkung des Waffenrechts in Betracht zu ziehen, hat für Unmut in der eigenen Partei gesorgt.

Eine Begründung für den Abschied Lewandowskis nannte Trumps Pressesprecherin Hope Hicks allerdings nicht. Sie machte auch keine Angaben zu den Umständen der Trennung, sondern dankte Lewandowski lediglich für “seine Arbeit und sein Engagement”.

Die Zeitung “New York Times” zitierte jedoch zwei Insider, wonach Lewandowski gefeuert worden sein soll. Dem Berater wurde eine feindselige Einstellung zu einem großen Teil der Reporter nachgesagt, die über Trumps Kampagne berichten. Und er soll wiederholt mit einem anderen Berater Trumps, dem erfahrenen Chefstrategen Paul Manafort, quergelegen haben.

Lewandowski hatte Trumps Kampagne von Beginn an geleitet. Der Immobilienmilliardär lobte ihn zu Beginn der Vorwahlen in höchsten Tönen und schrieb ihm einen entscheidenden Anteil an seinen Erfolgen zu. Später holte Trump jedoch zusätzlich Manafort ins Team, der unter anderem die früheren Präsidenten Gerald Ford, Ronald Reagan und George Bush senior während ihrer Wahlkämpfe beraten hatte.

Einen kleinen Skandal um Lewandowski gab es, als ihm eine Journalistin vorwarf, er habe sie am Rande einer Wahlkampfveranstaltung so hart am Arm gepackt, dass blaue Flecken geblieben seien. Die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Florida verzichtete jedoch mangels Beweisen auf eine Anklage.

Trump hatte die Vorwahlen seiner Partei souverän gewonnen und dabei 16 Konkurrenten aus dem Weg geräumt. Bei einem Parteitag in der zweiten Juli-Hälfte soll der Präsidentschaftskandidat der Republikaner offiziell nominiert werden.

Innerparteiliche Gegner Trumps rechnen sich jedoch inzwischen wachsende Chancen aus, dessen Kandidatur noch zu verhindern. Wie die Zeitung “Washington Post” berichtete, will eine Gruppierung namens “Befreit die Delegierten” dazu die Parteitagsregeln ändern. Die Delegierten sollen in ihrem Votum nicht mehr an die Vorwahlergebnisse gebunden sein.

Die Gruppe hat nach eigenen Angaben bereits die Unterstützung Hunderter Delegierter und Ersatzdelegierter. Sie sammelt dem Bericht zufolge für einen Fonds, aus dem Rechtsstreitigkeiten um die Parteitagsregeln finanziert werden sollen. Der Parteivorsitzende der Republikaner, Reince Priebus, hält eine solche Reform der Regeln für ausgeschlossen.

Unterdessen hat US-Vizepräsident Joe Biden vor einer Zunahme des Antiamerikanismus gewarnt, sollte Donald Trump zum Präsidenten gewählt werden. Besonders in Lateinamerika würde der Antiamerikanismus wachsen, erklärte Biden laut am Montag von seinem Büro im Voraus verbreiteten Auszügen aus einer Rede.

Er bezog sich damit vor allem auf die Pläne des voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, eine Mauer entlang der gesamten Grenze zu Mexiko zu bauen. Wenn die USA “Mauern bauen und den Respekt gegenüber unseren engsten Nachbarn vermissen lassen”, dann werde es “eine Rückkehr des Antiamerikanismus und eine zersetzende Kluft in unserer Hemisphäre” geben, warnte Biden.

Der Vizepräsident geißelte Trump auch für dessen Forderung nach einem generellen Einreiseverbot für Muslime und sonstige anti-islamischen Äußerungen. Wenn eine gesamte Religionsgemeinschaft bezichtigt werde, am Terrorismus mitschuldig zu sein, werde der Status der Vereinigten Staaten “als größte Demokratie der Weltgeschichte infrage gestellt”.

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