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Trump stimmte USA auf dramatische Zeiten ein

US-Präsident: Bei 100.000 Toten "gute Arbeit geleistet"
US-Präsident: Bei 100.000 Toten "gute Arbeit geleistet" ©APA
Noch vor Kurzem versprach Donald Trump den US-Bürgern in der Corona-Krise eine rasche Rückkehr zur Normalität - nun hat der US-Präsident seine Vorhersagen stark revidiert.
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Trump spricht von dramatischen Opferzahlen mit mehr als 100.000 Toten. "Manche Leute" gingen gar von Opferzahlen in Millionenhöhe aus, sagte Trump am Sonntag.

Wenn es den USA gelinge, die Zahl der Todesfälle auf 100.000 bis 200.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle sehr gute Arbeit geleistet", meinte der US-Präsident. Die Vereinigten Staaten hatten sich zuletzt innerhalb kurzer Zeit zum neuen weltweiten Hauptzentrum der Pandemie entwickelt. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es in den USA inzwischen mehr als 142.000 bestätigte Infektionsfälle.

Höhepunkt zu Ostern erwartet

Der US-Seuchenexperte Anthony Fauci, der Trump im Kampf gegen die Pandemie berät, rechnet mit einem sprunghaften weiteren Anstieg der Todesfälle. Der Höhepunkt wird zu Ostern - also in zwei Wochen - erwartet.

Besonders stark in den USA von der Pandemie betroffen ist der Bundesstaat New York. In New York City gelten weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die Hilfsorganisation Samaritan's Purse errichtete im Central Park ein Feldlazarett zur Versorgung von Corona-Patienten. "Die Krankenhäuser überall in der Stadt füllen sich, und sie brauchen so viel Hilfe wie möglich", sagte der Arzt Elliott Tenpenny.

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Situation in Spanien

In der Statistik des Todesfälle liegen die USA noch klar hinter Italien, Spanien und China. In Spanien teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit, die Zahl der bestätigten Ansteckungen sei auf 85.195 gestiegen, die Zahl der Todesfälle um 812 auf 7.340. Die Anstiegsrate von 8,1 Prozent bei den Neuinfektionen war aber die niedrigste seit Beginn des Ausgangsverbots am 15. März.

"Schon seit dem 25. März beobachten wir hier eine Umkehr der Tendenz", sagte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Maria Jose Sierra. Man dürfe aber nicht nachlassen. Sorgen mache weiterhin der drohende Kollaps der Intensivstationen. Unter denjenigen, die sich in Spanien mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, sind den Angaben zufolge schon weit über 12.000 Ärzte, Sanitäter und Pfleger - fast 15 Prozent aller Fälle.

Situation in Italien

In Italien ist die Anzahl an aufgrund des Virus verstorbener Sanitäter und Ärzte auf 61 angestiegen.

Der Direktor von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro, schloss dennoch nicht aus, dass nach Ostern das Ausgangsverbot in Italien aufgelockert werden könnte. "Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritt zu unternehmen", sagte Brusaferro. Solange es weder Impfstoff noch Medikamente gegen das Coronavirus gibt, werde das Leben aber nicht wie früher sein. "Wir müssen uns organisieren, damit positiv getestete Personen rasch isoliert werden", betonte Brusaferro.

Situation in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Beschränkungen gedämpft. "Wir brauchen alle Maßnahmen unvermindert", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei "überzeugt, es wäre unverantwortlich, Hoffnungen zu wecken, die hinterher nicht erfüllt werden können". Seibert sprach den Bürgern Mut zu: "Es wird vorübergehen. Es wird eine Zeit danach geben." In Deutschland sind bis Montagvormittag knapp 60.000 Infektionen registriert worden.

Sinologin ortet Versäumnisse in Europa

Angesichts der Zahlen ortete die Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik Versäumnisse in Europa und den USA im Kampf gegen das Virus. Seit Ende Jänner hätte Europa die Maßnahmen Chinas als "Ergebnis eines autoritären Regimes" betrachtet. "Dadurch haben wir Vorbereitungszeit verloren und wichtige Beobachtungen in dieser Phase versäumt", sagte die Wiener Universitätsprofessorin dem Universitätsmagazin "uni:view". Fakt sei, dass Europas Entscheidungsträger so lange wie möglich gewartet hätten. In Europa gebe es zudem "Misstrauen" zwischen Bevölkerungen und ihren Regierungen. "Das ist ein Problem."

(APA)

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