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Trotz Niederlage weiter

Außenseiter Griechenland darf bei der Fußball-EM in Portugal trotz der ersten Niederlage gegen Russland (1:2) von weiteren Großtaten träumen.

Nach dem 2:1 gegen Portugal und dem 1:1 gegen Spanien reichte der Mannschaft von Otto Rehhagel am Sonntag Abend in Faro vor 24.347 Zuschauern (richtig) ein 1:2 gegen die bereits vorzeitig gescheiterten Russen zum erstmaligen Einzug ins Viertelfinale. Vor allem deshalb, weil Gastgeber Portugal in Lissabon Spanien mit 1:0 bezwang und damit Espana aus dem Turnier beförderte. Die mehr erzielten Tore (4:4 gegen 2:2) entschieden bei Punktegleichheit zu Gunsten des diesjährigen Olympia-Gastgebers.

Die Griechen mussten allerdings bis zur letzten Minute zittern, ehe ihr Aufstieg feststand. Die unbekümmert aufspielenden Russen führten durch Kiritschenko (2.) und Bulykin (17.) bereits frühzeitig mit 2:0 und hatten auch später noch gute Chancen, doch das Anschlusstor des Fiorentina-Kickers Vryzas (43.) war letztlich für die Südeuropäer Goldes wert.

Mit einem Remis hätten sich die Hellenen das Zittern ersparen und aus eigener Kraft ihren größten Erfolg in der Geschichte des griechischen Fußballs perfekt machen können. Doch diese Hoffnungen erfuhren schon frühzeitig einen gewaltigen Dämpfer. Schon nach zwei Minuten hieß es 1:0 für den spielfreudigen Gegner, dessen Teamchef Georgi Jarzew die Mannschaft gegenüber zuletzt an etlichen Positionen verändert hatte.

Kiritischenko, der erstmals zum Einsatz kam, setzte sich gegen Katsouranis durch und jagte nach nur 65 Sekunden zur Führung in die Maschen. Das war dies das bisher schnellste Tor bei einer EM-Endrunde sowie gleichzeitig das erste in Portugal für die Russen, die ja zuvor in den Matches gegen Spanien (0:1) und Portugal (0:2) nicht getroffen hatten. Kiritschenko löste damit seinen Landsmann Sergej Aleinikow ab, der 1988 beim 3:1 gegen England nach 2:06 Minuten getroffen hatte.

Die Osteuropäer, die nichts mehr zu verlieren hatten, beherrschten gegen die enttäuschenden Griechen vorerst weiter das Spiel und bereits in der 17. Minute hieß es 2:0, als der ungedeckte Bulykin nach einer Ecke den Ball aus kurzer Distanz im Fallen wuchtig ins Netz köpfelte. Karjaka hatte kurz darauf (24.) sogar das 3:0 vor den Beinen, doch verjuxte er aus sieben Metern eine Riesenchance mit einem Schuss über das Tor. Im Gegenstoß gab es die erste gute Chance für die Griechen, doch auch Charisteas schoss aus kurzer Distanz über das Tor. Kurz vor der Pause (43.) gelang jedoch der ersehnte Anschlusstreffer, als Vryzas nach einer Kopfballvorlage von Papadopoulos den gegnerischen Keeper Malafejew mit einem trockenen Schuss bezwang.

Auch nach der Pause kamen die Hellenen in der kampfbetonten und abwechslungsreichen Partie nicht zum Verschnaufen. Wieder wurde ihr Keeper Nikopolidis auf die Probe gestellt. Doch auch die Griechen hatten einige gute Chancen, vermochten aber den ausgezeichneten Owtschinnikow-Ersatzmann Malafejew im Tor der Russen kein zweites Mal zu bezwingen.

Riesenglück hatten die Hellenen, als Kiritschenko vier Minuten vor Schluss den Ball aus kurzer Distanz neben das Tor spitzelte. Bei einem 3:1 wäre Spanien weiter und Hellas out gewesen. So aber durften die Schützlinge von Rehhagel jubeln, während Raul und Co. die Heimreise antreten müssen.

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