Tropenhitze: 16 Tote in Europa

In ganz Europa stöhnen die Menschen weiter unter der Hitzewelle, die vielen Orten am Donnerstag geradezu tropische Temperaturen bis zu 39 Grad beschert.

Im ostspanischen Caceres starb ein 32-jähriger Mann, nach einem Hitzschlag auf einem Bauernhof. In ganz Europa fielen der Hitzewelle bis Donnerstag 16 Menschen zum Opfer. Die Briten genossen nach Rekordtemperaturen von über 36 Grad am Mittwoch eine leichte Abkühlung genossen. Vielerorts erholten sich die Bewohner anderer europäischen Hauptstädte an eigens eingerichteten Stadtstränden.

In Deutschland, wo das Thermometer im Norden auf bis zu 39 Grad klettern sollte, ist ein Ende der Hitzewelle nicht in Sicht. In der südostfranzösischen Stadt Lyon wurden bereits mehr Hitzetage gezählt als sonst während des gesamten Sommers. Premierminister Dominique de Villepin berief eine Sondersitzung wegen der Hitzewelle ein. In Spanien soll ein Vorsorgeplan bis Anfang Oktober vier Millionen besonders gefährdete Menschen schützen.

Das heiße Wetter bringt vielerorts auch die Gefahr von Waldbränden und Dürre mit sich. In Portugal kämpften 700 Feuerwehrleute gegen mindestens neun Waldbrände. Die Temperatur lag bei bis zu 41 Grad. In Frankreich und Kroatien wüteten ebenfalls die Flammen.

Währenddessen genossen viele Nordeuropäer die ungewohnt sommerlichen Temperaturen. Die Hitzewelle brachte der dänischen Wirtschaft einen Verkaufsboom bei Eis und Sonnenbrillen. London konnte bei Temperaturen, die mehr als zehn Grad über dem durchschnittlichen Juli-Wert lagen, locker mit traditionellen Sommermetropolen wie Rom oder Athen mithalten. Die Londoner, die zu Hause geblieben waren, mussten auch ein Strandbad nicht missen – im East End strömten die Städter zur Erholung an den „City Beach“, für den eigens Sand gebracht worden war.

16 Tote in den USA

Der seit einer Woche anhaltenden Hitzewelle in weiten Teilen der USA sind schon mindestens 16 Menschen zum Opfer gefallen. Todesfälle, die offenbar mit den belastenden hohen Temperaturen in Verbindung standen, wurden bis Donnerstag aus sieben Staaten gemeldet. Allein in der Region Chicago gab es nach offiziellen Angaben sieben Tote.

Die Behörden von Chicago riefen die Einwohner auf, sich um ältere oder gesundheitlich angeschlagene Nachbarn zu kümmern. Vor elf Jahren kostete eine Hitzewelle 700 Menschen das Leben.

Die Hilfsorganisation CareLink in Arkansas beklagte, dass viele ältere Menschen sich Klimaanlagen oder deren Betrieb nicht leisten könnten. Miete zu zahlen, Medikamente zu kaufen und zugleich die möglicherweise rettende Klimaanlage zu finanzieren, sei für viele ein Balanceakt.

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