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Türken wollen in Österreich 50 Supermärkte eröffnen

Zwei türkische Investoren wollen mit einem anonym bleibenden saudischen Partner in Österreich 50 Großmärkte eröffnen. In einer Pressekonferenz in Wien blieben sie am Mittwoch allerdings plausible Geschäftspläne schuldig.

Ihr Ziel, in Österreich bis 2012 50 Geschäfte zu eröffnen, wird in der Branche stark angezweifelt.

Die türkischen Unternehmer Satilmis Koc, Vorstand des Familienunternehmens Sotas Sorgun Toprak San. A.S und Riza Yildirim, Inhaber und Leiter der Alpen Insaat Otomotiv Gida San. Ltd. Sti, wollen nach eigenen Angaben in Österreich 25 Mio. Euro investieren und mittelfristig 1.700 Arbeitsplätze schaffen. Dafür sollen 50 Einkaufszentren mit jeweils 6.000 bis 8.000 Quadratmetern und großen Parkplätzen entstehen.

Drei Standorte in Wien seien bereits angemietet, sagten die potenziellen Investoren am Mittwoch in Wien in einer Pressekonferenz und ließen unter der Hand wissen, es handle sich um ehemalige Magnet-Filialen. Bei Rewe bestätigt man auf Anfrage der APA, dass wegen drei leerstehenden Magnet-Geschäftslokalen angefragt worden sei – weitere Aktivitäten habe es aber nicht gegeben, vermietet worden sei daher nichts.

Sotas besteht seit 20 Jahren im anatolischen Yozgat und hat nach Angaben von Koc 5.000 bis 6.000 Mitarbeiter. Die Alpen Insaat Otomotiv Gida San wurde 1996 gegründet. Zahlen für ihre Unternehmen nennen die Geschäftsleute nicht, ein Blick auf die Homepage nutzt auch nichts, da diese erst im Aufbau begriffen ist. Die beiden Geschäftsleute können jedenfalls nicht auf Erfahrung im Einzelhandel verweisen, ihre Unternehmen sind im Bausektor und der Lebensmittelindustrie bzw. Export- und Import von Lebensmitteln tätig. In Österreich wollen sie in ihren Märkten neben Lebensmitteln auch Textilien, Elektrogeräte, Haushaltswaren und Möbel anbieten.

In der Branche löst das Projekt Erstaunen aus. Standorte für 50 große Supermärkte zu finden dürfte kaum möglich sein, heißt es da und die Margen seien in Österreich auch nicht berauschend. Dem halten Koc und Yildirim entgegen, sie würden die wesentlich günstigeren Preise aus der Türkei oder anderen Ländern, aus denen sie Waren einführen wollen, dazu nutzen, in Österreich billiger anzubieten.

Türkische Geschäftsleute in Österreich zweifeln an dieser Möglichkeit. Ein Unternehmer, der selber in der Türkei und in Wien Textilgeschäfte betreibt, sagte der APA, er könne hier gerade für gute Qualität oft nur niedrigere Preise erzielen als in der Türkei, weil die türkische Community in Wien viel mehr auf die Preise achte als die oft bessergestellten Käuferschichten in der Türkei. Von besonders hohen Margen könne keine Rede sein.

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