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Trendforscher Horx sieht "Zukunftspotenzial in der Coronakrise"

Zukunft-nach-Corona
Zukunft-nach-Corona ©APA-Pixabay
Man müsse die Covid-Krise als Chance begreifen, denn sie besitze Zukunftspotenzial, ist sich Zukunftsforscher Matthias Horx sicher. Nach der Seuche werde die Welt eine andere sein.

Angst, auch vor Dingen wie der Covid-19-Pandemie, ist nützlich. Das Gefühl ständiger Verängstigung hingegen kontraproduktiv. Nach der Seuche wird die Welt eine andere sein. Technologie ist kein Allheilmittel, es braucht laut Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx gleichzeitig das Gefühl sozialen Zusammenhalts. "Zukunft ist möglich", erklärte er Mittwochabend in Wien.

Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx - Älteres Archivbild / APA

"Was ist eine Krise?

Für Vorhersagen über die "Zukunft nach Corona" müsste man zunächst einmal die aktuelle Situation analysieren, ist der Ansatz des Trendforschers. "Was ist eine Krise? Krisen wollen wir immer vermeiden. Dann würde das Leben aber stagnieren. Im Grunde genommen sind wir 'Krisenkinder'. Deshalb fürchten wir uns ja so vor Krisen", erklärte Horx.

Covid-Krise als Chance begreifen

Jedenfalls gelte es, die mit Covid-19 verbundenen Probleme und die Verunsicherung der Menschen auch als Chance zu begreifen. "Die Welt wird sich danach verändert haben. Weil wir uns verändert haben werden", sagte der Zukunftsforscher. "Angst ist nützlich. Verängstigung ist das Problem."

Schon allein das Faktum, dass sich ein neues Virus weltweit verbreitet habe, sollte rational eingeordnet werden. "Es gibt tatsächlich Viren, die leben wollen - mit uns und in uns. 50 Prozent der DNA des Menschen besteht aus Virus-DNA."

Tiefenkrise durch das Virus

Andererseits: "Das Virus wirbelt unser Leben in allen seinen Dimensionen durcheinander. Dadurch werden wir wachgerüttelt. Wir nennen das eine 'Tiefenkrise'." Covid -19 sei anders als die Finanzkrise vor rund zehn Jahren, die eben nur diesen Sektor betroffen habe. SARS-CoV-2 habe Auswirkungen auf Gesellschaft, Institutionen, Kultur und Alltag.

Verdrängte Probleme kommen ans Tageslicht

Hier zeige sich, so Horx, dass eine derart umfassende Herausforderung der Gesellschaft weltweit in vielen Fällen lange verdrängte Probleme offen lege. Das betreffe beispielsweise den Trend zur Beschleunigung, exzessiver Reisetätigkeit etc. "Es ist eine Umkehr. Ich brauche das gar nicht mehr. Das alte 'Normal' hatte schon den Geschmack: 'Es wird zu schnell'." Nun könne man Alltagsweisen, Sitten und Gebräuche ändern. Der Zukunftsforscher zeigte in seinem Vortrag das Foto "feucht fröhlicher" Skifahrer in Ischgl und kommentierte: "Wir feiern bis der Arzt kommt. Das ist nicht mehr so lustig."

"Krisen fordern zum Handeln heraus", meint Horx

Neue Trends habe man auch schon vor Covid-19 gespürt, jetzt würden sie offenkundiger werden: Eine "Glokalisierung" - also eine Globalisierung mit Beachtung des Lokalen (soziale und wirtschaftliche Netzwerke), eine "Rurbanisierung" - New York habe zum Beispiel allein im Juli 2020 rund 500.000 Einwohner verloren. Und schließlich die Digitalisierung. Horx: "Digital bei großer Sehnsucht nach dem Analogen. (...) Technologie ist kein Allheilmittel, aber sie hilft enorm. Wir brauchen aber das Gefühl des Zusammenhalts."

Covid-19 ist ein Weckruf

Schließlich sei Covid-19 auch ein Weckruf, die Widerstandsfähigkeit von Institutionen gegenüber Krisen zu erhöhen. Auch die Resilienz von Gesundheitssystemen müsse erhöht werden: durch ein holistisches, präventives und für alle Menschen in gleicher Weise zugängliches Gesundheitswesen. "In Finnland geben nur vier Prozent der Menschen an, sie betreiben keinen Sport. In Deutschland sind es 36 Prozent. Wir brauchen eine Concierge-Medizin. Das größte Thema ist der Zugang zum Gesundheitssystem."

Auch die Strukturen im Gesundheitswesen müssten sich ändern, so Horx. In Dänemark schaffe man derzeit landesweit Einrichtungen für die Spitzenmedizin, gleichzeitig aber auch Ambulanz-artige Institutionen für die Breitenversorgung. In den Niederlanden habe man mit der Stärkung der Hausärzte ein gutes Beispiel für die notwendige "Concierge-Medizin" mit strukturierten Versorgungspfaden geschaffen.

Horx: Nicht den Mut verlieren

Jedenfalls sollte man auch unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie nicht den Mut verlieren. "Wir können als Gesellschaft mehr bewältigen als wir glauben", sagte Horx. Eine Krise sei eben auch ein Test für das Vertrauen. "Das ist die Herausforderung einer Pandemie." Statt Ängstlichkeit des Einzelnen sei pragmatische Kooperation Aller gefordert.

2019 hatten rund 200 "physische" Teilnehmer an der Pfizer Österreich Reception teilgenommen. Für die Online-Veranstaltung Mittwochabend hatten sich etwa 400 "Gäste" angemeldet, ein einfacher Hinweis auf die Entwicklungschancen zur digitalen Kommunikation, welche durch Covid-19 massiv verstärkt worden sind.

Horx sprach im Rahmen des Jahresempfangs von Pfizer Österreich, der erstmals online veranstaltet wurde.

Informationen zum Coronavirus in Vorarlberg, Österreich und der Welt

(APA)

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