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Traumtor rettet Österreich Punkt gegen Island

Österreichs Handball-Herren haben am Donnerstag bei der Heim-EM sensationell dem Olympia-Zweiten Island ein 37:37 (17:20) abgerungen.
Bilder der Partie
Österreich rettet Remis

Die Partie vor 5.500 Fans in der ausverkauften Linzer Halle war nichts für schwache Nerven. Im Finish lag Österreich 46 Sekunden vor dem Ende mit drei Treffern zurück, kämpfte sich aber in den Schlusssekunden noch einmal zurück. Der Treffer zum Ausgleich gelang Markus Wagesreiter, der mit einem Wurf aus der eigenen Spielhälfte vier Sekunden vor der Schlusssirene den isländischen Zweier-Tormann Hreidar Gudmundsson überraschte. Im österreichischen Spiel ragten vor allem Konrad Wilczynski und Viktor Szilagyi mit jeweils 9 Toren heraus.

Damit darf Österreich vor dem dritten Spiel der Vorrunde am Samstag gegen Serbien vom Aufstieg in die Hauptrunde träumen. Über die genaue Ausgangslage entschied das zweite Mittwoch-Match zwischen Serbien und Dänemark, das um 20.15 Uhr angepfiffen wurde.

Sigurdsson vertraute offensiv exakt der selben Grundaufstellung wie gegen Dänemark. Defensiv probierte er es mit einer 5-1-Deckung, wobei Vitas Ziura den Part des “Einsers” übernahm und die Kreise von Islands Superstar Olafur Stefansson stören sollte.

Im Angriff lief Österreichs Spiel wie geschmiert. Vor allem, weil sich der gegen Dänemark torlos gebliebene Konrad Wilczynski diesmal – zumindest in den Anfangsminuten – von einer deutlich besseren Seite präsentierte und den isländischen Schlussmann Björgvin Gustavsson unter anderem mit zwei herrlichen “Wuzlern” entnervte. Aber auch aus dem Rückraum waren Viktor Szilagyi, Roland Schlinger und Bernd Friede eine ständige Bedrohung.

Österreich zog aber nicht davon, weil man in der Defensive zu passiv stand und Island vor allem über die Mitte zum munteren Torwerfen einlud. Nach rund einer Viertelstunde folgte die stärkste Phase Österreichs, bis zur 19. Minute schoss man sich 13:10 in Führung – die Linzer Halle war zu diesem Zeitpunkt erstmals bei der EM ein Tollhaus, und Islands Coach Gudmundur Gudmundsson nahm ein taktisches Timeout.

Und dieses verfehlte nicht seine Wirkung. Österreich verspielte den Vorsprung innerhalb von nur fünf Minuten komplett und lag in der 24. Minute 13:15 zurück. Auch weil diesmal der Trick, bei Unterzahl für Tormann Nikola Marinovic einen zusätzlichen Feldspieler einzusetzen, völlig in die Hose ging: Nach zwei technischen Fehlern warf Island zwei Treffer ins leere ÖHB-Tor. Defensiv weiter schwach, lag Österreich nach 30 Minuten 17:20 zurück.

Die Aufholjagd wurde dann von Kapitän Szilagyi in die Hand genommen. Der Regisseur zog in den ersten Minuten der zweiten Spielhälfte alle Register seines Könnens und war hauptverantwortlich dafür, dass Österreich in der 41. Minute 26:25 in Führung ging. Die Partie stand auf des Messers Schneide.

Bis zur 54. Minute, als beim Stand von 32:32 Friede für zwei Minuten vom Feld geschickt wurde. Als er wieder aufs Feld durfte, stand es 32:34, wenig später 32:35. Doch Österreich gab nicht auf und stellte mit einem unglaublichen Finale in der Schlussminute von 34:37 auf 37:37. Schlinger traf 46 Sekunden vor dem Ende zum 35:37, Szilagyi 23 Sekunden vor Schluss zum 36:37 und Wagesreiter vier Sekunden vor der Sirene zum umjubelten Ausgleich.

Der Ukraine half in Gruppe A gegen Vizeweltmeister Kroatien auch eine starke Leistung von aon-Fivers-Tormann Sergej Bilyk nicht. Bis zur 50. Minute konnten die Außenseiter mithalten und lagen zeitweise mit zwei Treffern in Front. Dann aber setzte sich die Klasse der Kroaten durch, die sich programmgemäß schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Russland mit der Hauptrunde beschäftigen dürfen.

Dagur Sigurdsson (Teamchef Österreich): “Wir haben sehr hart für diesen Punkt gekämpft. Lange Zeit hat es so ausgesehen, als würden wir auch nach diesem Spiel mit leeren Händen dastehen, aber am Schluss war auch das Glück auf unserer Seite. Die letzte Minute war einfach unglaublich. In der Anfangsphase haben wir sehr gut gespielt, dann haben wir aber in Unterzahl zwei leichte Tore kassiert und waren frustriert, da haben wir den Rhythmus verloren.

Wir haben vor der Pause 20 Tore kassiert, da kann man nicht führen. Danach haben wir mehr Hilfe vom Tormann bekommen und mehr leichte Bälle geholt. Ein paar Gegenstöße haben uns zurück ins Spiel gebracht.”

Markus Wagesreiter (Teamspieler Österreich): “Durch unsere gute Deckungsarbeit und unser Pressing haben wir die Isländer am Schluss noch einmal verunsichert. Dadurch haben wir noch einmal den Ball bekommen. Ich wollte eigentlich den Gegenstoßpass zu Robert Weber auf rechts Außen spielen. Aber dann habe ich gesehen, dass der Tormann aus dem Tor läuft und habe den Ball zum Glück noch aufs Tor gebracht. Wir haben das gesamte Spiel offen gestaltet und haben immer daran geglaubt, dass wir noch einen Punkt oder den Sieg holen können. Unser Einsatz wurde belohnt.”

Patrick Fölser (Teamspieler Österreich): “Die Stimmung in der Halle war unglaublich. Wir Spieler haben nur den Handball gesehen, aber wir haben immer gehört, dass das Publikum da war. Das war ein ‘big point’, aber hoffentlich nicht der letzte.”

Gudmundur Gudmundsson (Teamchef Island): “Wir sind sehr, sehr enttäuscht. Wir hätten den Vorsprung niemals aus der Hand geben dürfen, unsere Leistung in der Schlussphase war extrem schlecht. Aber man muss auch sagen, dass die Schiedsrichter im Finish plötzlich eine Regel ins Spiel gebracht haben, die gar nicht existiert. Sie haben in den letzten zwei Minuten bei jeder Unterbrechung und jedem Tor von Österreich die Zeit gestoppt, das ist keine Handballregel. Als Österreich das letzte Tor gemacht hat, haben sie die Zeit dann auf einmal nicht mehr angehalten.”

Björgvin Gustavsson (Tormann Island): “Wir haben 37 Tore kassiert und müssen unsere eigenen Fehler analysieren. Aber die Schiedsrichter haben zugunsten von Österreich eine neue Handballregel erfunden. Dass wir beide Partien unentschieden gespielt haben, enttäuscht mich, wir hätten zweimal gewinnen müssen.”

Gruppe B, in Linz:
Österreich – Island 37:37 (17:20)
Linz, 5.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Dinu/Din (ROM)
Tore: Wilczynski 9, Szilagyi 9, Schlinger 7, Fölser 5, Friede 4, Weber 2, Wagesreiter 1 bzw. Atlason 8, Stefansson 7, Gunnarsson 6, Petersson 6, Gudjonsson 6, G. Sigurdsson 4

Gruppe A, in Graz:
Ukraine – Kroatien 25:28 (14:12)
Graz, SR Canbro/Claesson (SWE)
Beste Werfer: Onufrijenko 11, Gantschew, Burka je 5 bzw. Vori 6, Buntic 5

Gruppe B, in Linz:
Serbien – Dänemark 23:28 (9:15)
Linz, SR Horacek/Novotny (CZE)
Beste Werfer: Ilic 4, Sesum 4, Stankovic 4 bzw. Eggert Jensen 10, Lindberg 5, Hansen 5

Tabelle:
 1. Dänemark    2   2 0 0  61:52  4 *
 2. Island      2   0 2 0  66:66  2
 3. Österreich  2   0 1 1  66:70  1
 ----------------------------------
 4. Serbien     2   0 1 1  52:57  1
 
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