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Trauer um Andreas Matzbacher

Österreichs Radsport trauert um Andreas Matzbacher. Der 25-Jährige ist am Abend des 24. Dezember bei einem Autounfall in der Steiermark ums Leben gekommen.  |  | Homepage

Der steirische Volksbank-Profi war aus ungeklärten Ursachen auf der Brucker Schnellstraße S35 bei Frohnleiten mit seinem PKW gegen die Standsäule eines Überkopf-Wegweisers geprallt und hatte dabei tödliche Verletzungen erlitten.

ÖRV-Präsident Otto Flum sprach nach Bekanntwerden des Unfalls vom Verlust eines der größten Talente und einer wichtigen Stütze im heimischen Radsport. „Andreas war nicht nur ein hoch geschätzter Radsportler, er war auch ein überall gern gesehener Freund“, so Flum, der Matzbachers Familie sein Mitgefühl aussprach. Matzbacher wäre am 7. Jänner 2008 26 Jahre alt geworden.

Bundeskanzler und Sportminister Alfred Gusenbauer bezeichnete Matzbacher als „eines der größten Talente im heimischen Radsport“ und „eines der wichtigsten Vorbilder für Kollegen in seinem Jahrgang und die Jugend.“ Der Unfall hinterlasse nicht nur eine große Lücke im heimischen Sport, es sei vielmehr das viel zu frühe Ende eines jungen und vor allem geachteten Sportlers, so Gusenbauer. „Unser aller Mitgefühl gehört in dieser Stunde seiner Familie und seinen Kollegen im Radsport, für die das Fest der Freude zu einem Trauerfall wurde“, so der Bundeskanzler.

Bergspezialist Matzbacher begann seine Profikarriere 2004 beim italienischen Saeco-Team, wo damals auch Gerrit Glomser fuhr. In diesem Jahr stand der damalige ÖRV-U23-Champion aus Rein bei Graz auch vor seinem ersten großen Erfolg. Bei der Österreich-Radrundfahrt (Wiesbauer-Tour) 2004 überließ Matzbacher aber auf Geheiß seinem Teamkapitän Glomser auf der Glockneretappe den Sieg. Matzbachers Erfolge würden noch kommen, bedankte sich Glomser damals.

Matzbacher verlängerte dann seinen Vertrag um ein Jahr in die unbenannte Lampre-Mannschaft. 2006 holte ihn Volksbank-Teamchef Thomas Kofler ins Ländle, wo er bereits einen Vertrag für das nächste Jahr unterzeichnet hatte. Tiefe Trauer herrschte deshalb natürlich auch im Professional Continental-Team Volksbank. „Im Alter von 25 Jahren wurde „Matzi“ am Heiligen Abend viel zu früh aus diesem Leben gerissen und hinterlässt ein tiefes Loch in unserer Mitte“, schrieb Kofler auf der Team-Homepage.

Fassungslos und zunächst sprachlos reagierte Glomser auf den Tod Matzbachers. „Er war einer, der nie aufgeben und stets gekämpft hat“, beschrieb er seinen ehemaligen Teamkollegen. „Er hat Leben in die Mannschaft gebracht und er hatte den absoluten Willen, etwas zu erreichen“, meinte Glomser, der sich gut und gerne an die gemeinsamen Zeiten erinnerte. „Er war mit 21 Jahren sehr jung, als wir gemeinsam bei Saeco fuhren. Ich war damals so etwas wie sein großer Bruder. Es tut sehr weh, den kleinen Bruder zu verlieren.“

Auch Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka kondolierte der Familie Matzbachers. „Sein Tod ist vor allem eine Tragödie für seine Familie am Heiligen Abend“, sagte Lopatka. „Er war ein junger Sportler mit einem großartigen Talent. Mit ihm verliert der heimische Radsport einen seiner größten Hoffnungsträger.“

Steckbrief Andreas Matzbacher

Steckbrief des steirischen Radprofis Andreas Matzbacher, der am Heiligen Abend 2007 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist:

  • geboren: 7. Jänner 1982 in Graz
  • gestorben: 24. Dezember 2007
  • Wohnort: Rein/Steiermark
  • Beruf: Radprofi
  • UCI-Siege: 1
  • Größe: 176 cm, Gewicht: 61 kg
  • Familienstand: Ledig
  • Radsportler seit: 1998
  • Hobby: Snowboarden
  • Karrierestationen:
    seit 2006: Team Volksbank (AUT/Professional-Continental-Team)
    2005: Lampre-Caffita (ITA/ProTour)
    2004: Seaco (ITA/GS1)
    davor Rapso Knittelfeld (AUT/Amateur)
  • Erfolge: 10. Rund um Köln (GER) 2006
    10. Grand Prix Schwarzwald (GER) 2006
    2. Etappenplatz Österreich Rundfahrt 2004
    1. Grand Prix Judendorf-Straßengel (AUT) 2004
    1. Österreichische U23-Meisterschaft Straßenrennen 2003
    3. Gesamtklassement Slowenien Rundfahrt 2003 (als Amateur)

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