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Trauer: Tod von Fürst Rainier III.

Fürst Rainier von Monaco ist tot. Der 81-jährige Monarch starb am Mittwoch um 6.35 Uhr in einer Klinik in Monaco nach langem Leiden an einer schweren Lungen-, Herz- und Nierenerkrankung.  

Als dienstältester Staatschef Europas hatte Rainier mehr als 55 Jahre an der Spitze der kleinsten Monarchie der Welt gestanden. Seine drei Kinder Prinz Albert (47) und die Prinzessinnen Caroline (48) und Stephanie (40) hatten sich am Sterbelager des Fürsten abgewechselt.

„Fürst Rainier III. ist nicht mehr. Er wurde der Zuneigung der Seinen und seines Volkes entrissen“, erklärte Staatsminister Patrick Leclercq. Nun wende man sich seinem Sohn, dem neuen Fürsten Albert II., zu. Der 47-jährige hatte bereits am vergangenen Donnerstag die Regentschaft übernommen, da sein Vater die Amtsgeschäfte nicht mehr wahrnehmen konnte.

Rainier soll am Freitag der kommenden Woche beigesetzt werden, wurde aus monegassischen Palastkreisen bekannt. „In der Regel finden solche Beerdigungen am achten Tag nach dem Tod statt, die Rede ist von Donnerstag oder Freitag“, hatte zuvor der Erzbischof von Monaco, Bernard Barsi, erläutert. Barsi wird die Trauermesse in der 800 Plätze bietenden Kathedrale von Monaco halten. Wie schon am Todestag bleiben die berühmten Casinos von Monaco dann geschlossen.

Beim Geläut der Totenglocken hatten sich am Mittwochmorgen viele Monegassen auf den Straßen versammelt, um gemeinsam zu trauern. Viele Geschäfte und Bars blieben geschlossen. Der Fußballclub AS Monaco sagte sein nächstes Heimspiel ab. In den kommenden drei Tagen gehört Rainier nach inoffiziellen Angaben allein der Fürstenfamilie der Grimaldis, die sich vollständig in Monaco versammelt hat. Auch Carolines Ehemann, der Welfenprinz Ernst August von Hannover, ist im Fürstentum.

Am Montag soll der Leichnam in der Palastkapelle öffentlich aufgebahrt werden. Beigesetzt wird der Fürst in der Krypta der Kathedrale an der Seite von Fürstin Gracia Patricia. Nach dem Unfalltod der einstigen Filmschauspielerin 1982 hatte Rainier nicht wieder geheiratet.

Obwohl er seit zehn Jahren an Herz- und Lungenproblemen litt, hielt Rainier das Zepter fest in der Hand, bis er am 7. März mit einer Lungenentzündung in die Klinik kam. Die vergangenen zwei Wochen wurde er auf der Intensivstation künstlich beatmet, auch Herz und Nieren mussten technisch unterstützt werden.

“Dallas Europas”

Glück und Trauer der Grimaldis sind seit Jahren eine ewig sprudelnde Quelle für die Boulevard-Presse. „In diesem Dallas Europas ist immer etwas los“, sagten Fotografen und Nachrichtenjäger. Rainiers „Traumhochzeit“ mit der Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly am 18. April 1956 war ein Ereignis, das 30 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt verfolgten – ein Rekord für die damalige Zeit.

Der Tod von Gracia Patricia beendete abrupt das Märchen vom Prinzen und dem schönen Leinwandstar. Schlagzeilen machten die Liebesgeschichten der Kinder Albert und Caroline, ebenso der tödliche Unfall von Carolines Mann Stefano Casiraghi. Rainiers jüngste Tochter Stephanie, wegen zahlreicher Liebesabenteuer ein besonderes Opfer der Paparazzi, nannte die Bilder-Jäger „eine Meute blutrünstiger Jagdhunde“. Doch die Klatschgeschichten brachten Monaco Glamour – und Geld in die Kassen.

Als Rainier mit knapp 26 Jahren nach dem Tod seines Großvaters Fürst Louis II. am 9. Mai 1949 die Herrschaft antrat, war Monaco finanziell angeschlagen. Heute leben hier 20.000 Millionäre und im Yachthafen ist kein Platz mehr für eine noch so kleine Jolle.

Persönlich überwachte Rainier den Ausbau des seit 1297 von den Grimaldis regierten „Felsens“. Durch Aufschüttungen ins Meer wuchs die Fläche des Zwergstaats von 166 auf 200 Hektar. Weniger als 7700 der 32.000 Einwohner sind echte Monegassen. Die übrigen kommen aus 122 Staaten.

Vor drei Jahren hatte Rainier die Erbfolge vereinfacht. Nach wie vor haben aber Söhne Vorrang vor Töchtern. Kronprinz Albert folgt dementsprechend auf den Thron. An zweiter Stelle kommt die ein Jahr ältere Prinzessin Caroline von Hannover. Dann folgen Carolines Söhne Andrea und Pierre und die Tochter Charlotte aus erster Ehe und dann die fünfjährige Alexandra von Hannover.

Erst an siebenter Stelle wäre Stephanie an der Reihe, die drei Kinder hat (Louis, Pauline, Camille). Die Erbfolgegesetze sollen das Haus Grimaldi in Monaco an der Macht halten, ohne dass der bisher kinderlose Fürst Albert – wie nach den zuvor gültigen Bestimmungen notwendig – dafür einen seiner Neffen adoptieren müsste.

„Der souveräne Staat Monaco ist heute fester auf der Landkarte und im Bewusstsein verankert als je zuvor“, sagte Leclercq. Rainiers Jetset-Paradies kennt weder Einkommens- noch Erbschaftssteuer. Monaco bietet den Reichen und Schönen der Welt Amüsement im Kasino, bei Formel-1-Rennen oder Tennis-Turnieren.

Die Banken verwalten 360.000 Konten und gelten als Magnet für afrikanische Potentaten und russische Mafiosi. 1962 hatte Frankreich sogar eine Blockade über das Steuerfluchtparadies verhängt und vor ein paar Jahren stand Monaco zeitweise im Visier der OECD wegen Duldung der Geldwäsche.

In der Französischen Republik wehten die Flaggen auf Halbmast. Staatspräsident Jacques Chirac sagte, Rainier habe „mit Kraft die Schicksalsgemeinschaft“ des Fürstentums mit Frankreich verkörpert.

 Links:

  • Infos über die Grimaldis
  • www.monaco.gouv.mc (französisch)
  • www.muz-online.de (deutsche Seite)
  • www.monaco.mc (englisch)
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