Toter bei Explosion in Venezuela

Bei einer Bombenexplosion unweit einer Großkundgebung zur Unterstützung des umstrittenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist am Donnerstag ein Mensch getötet worden.

Drei weitere Menschen wurden verletzt. Wie die Feuerwehr mitteilte, explodierte die Bombe vor einem Wohnhaus in der Hauptstadt Caracas, nur 100 Meter von der Demonstration entfernt. Ein Polizeisprecher sprach von einem „Terrorakt“. Der Hintergrund war zunächst unklar.
Zum Zeitpunkt der Explosion traf der Linksnationalist Chavez laut Medienberichten gerade am Kundgebungsort ein. Er wollte am Abend vor den Demonstranten eine Rede halten. Die Feuerwehr schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 300 000. Die so genannten „Chavistas“ seien aus allen Teilen des Landes angereist, berichteten Medien. Die Demonstration fand am 53. Tag eines Streiks, mit dem die Opposition Chavez zum Rücktritt zwingen will.

Die Wahlbehörde kündigte unterdessen an, sie werde das Urteil des Obersten Gerichts, das ein auf den 2. Februar angesetztes Referendum über Neuwahlen annulliert hatte, vor nationalen und internationalen Organisationen anfechten. Die Entscheidung des Gerichts verletze die Demokratie, sagte ein Sprecher der Behörde. Der als „autoritär“ kritisierte Chavez hatte stets argumentiert, ein Neuwahlen-Referendum könne laut Verfassung nicht vor August einberufen werden.

Der Ausstand hat die Ölindustrie des Landes lahm gelegt und zu Versorgungsengpässen geführt. Die Konfliktparteien studierten unterdessen die Vorschläge des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter weiter. Carter schlug ein Referendum für den 19. August oder eine Verfassungsreform zur Kürzung des Mandats von Chavez vor.

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