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Tote und Straßenschlachten in Perus Hauptstadt Lima

Mehr als 200 Festnahmen bei Protesten am Smastag in Lima - Ein Demonstrant getötet.
Mehr als 200 Festnahmen bei Protesten am Smastag in Lima - Ein Demonstrant getötet. ©AP, Reuters
Seit Beginn der Proteste gegen Perus Regierung im Dezember kamen in dem Andenstaat bereits mehrere Dutzend Menschen ums Leben.
Straßenschlachten in Lima
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Die Demonstranten vor allem aus dem armen Süden des Landes fordern den Rücktritt von Übergangspräsidentin Dina Boluarte, die Auflösung des Kongresses und die Freilassung des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo.

Der frühere Dorfschullehrer wollte im Dezember einem Misstrauensvotum zuvorkommen und löste den Kongress auf. Das Parlament enthob ihn daraufhin des Amtes. Er wurde wegen des Vorwurfs eines versuchten Staatsstreichs festgenommen und sitzt in U-Haft.

Papst betet für Ende der Gewalt

Papst Franziskus hat angesichts schwerer Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten in Peru dazu aufgerufen, für eine Ende der Gewalt zu beten. Die Gewalt lösche die Hoffnung auf eine gerechte Lösung der Probleme aus, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem Angelus-Gebet vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. Auf Spanisch sagte er: "Nein zur Gewalt, woher auch immer sie kommt! Keine Toten mehr!" Der Papst ist gebürtiger Argentinier. Er wies darauf hin, dass sich auch Peruaner unter den Gläubigen auf dem Petersplatz befänden.

Experte über Chaos in Peru

Der Politikwissenschaftler und Südamerika-Experte Prof. Dr. Maihold klärt über Unruhen in Peru auf und beleuchtet die Hintergründe. Ebenso geht sein Blick in die Zukunft – diese verheißt nicht viel Gutes für das zerstrittene Land, so Maihold.

Tourismus zunehmend betroffen

In Peru wirken sich die anhaltenden Proteste gegen Präsidentin Dina Boluarte zunehmend auf den für das Land wichtigen Tourismus aus. Am Samstag wurden wegen unterbrochener Eisenbahnverbindungen rund 400 Touristen aus der Gegend der geschlossenen Inka-Ruinenstadt Machu Picchu evakuiert. Im südperuanischen Ilave starb bei Konfrontationen mit Sicherheitskräften ein Demonstrant, in Lima räumte die Polizei die besetzte Universität.

Die 418 im Gebiet von Machu Picchu gestrandeten einheimische und ausländische Touristen seien per Zug in die Stadt Cusco gebracht worden, teilte das Tourismusministerium am Samstag im Onlinedienst Twitter mit. Es fügte seiner Mitteilung Fotos von einem Zug und Passagieren hinzu.

Die bei Reisenden aus aller Welt beliebte Weltkulturerbestätte Machu Picchu war zuvor am Samstag nach Angaben des peruanischen Kulturministeriums "wegen der sozialen Lage und zum Schutz der Unversehrtheit der Besucher" geschlossen worden. Mindestens 400 Menschen, darunter 300 Ausländer, waren demnach wegen Schäden am Gleisnetz im Ort Aguas Calientes am Fuße des Bergs mit der Inka-Stätte gestrandet.

Im Zuge der Proteste war der Zugang zu Machu Picchu bereits wiederholt eingeschränkt worden. Bereits Mitte Dezember waren hunderte ausländische Touristen rund um Machu Picchu festgesessen. Das österreichische Außenministerium rät von nicht notwendigen Reisen nach Peru ab.

Über 200 Festnahmen am Samstag

Der Tourismus ist für die peruanische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung: Er macht zwischen drei und vier Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus, Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten sind im Fremdenverkehr tätig.

In der nahe dem Titicacasee gelegenen Stadt Ilave starb nach Behördenangaben vom Samstag ein weiterer Demonstrant. In Onlinenetzwerken verbreiteten sich schnell Aufnahmen, die Polizisten auf dem zentralen Platz von Ilave dabei zeigen sollen, wie sie direkt auf eine Menge demonstrierender Indigener schießen. Lokalmedien zufolge setzten die Protestierenden daraufhin ein Polizeirevier in Brand. Zehn Menschen wurden nach Angaben des örtlichen Krankenhauses bei den Auseinandersetzungen verletzt.

Im Zentrum der Hauptstadt Lima demonstrierten am Samstagabend hunderte Menschen gegen Präsidentin Boluarte. Sicherheitskräfte durchbrachen mit einem Panzerfahrzeug das Tor der Universität San Marcos, um dort schlafende Demonstranten zu vertreiben. Zahlreiche Polizisten durchsuchten die Protestierenden und zwangen einige von ihnen, sich auf den Boden zu legen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

(DPA)

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