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Ton im iranischen Wahlkampf wird ruppiger

Eine Woche vor der Präsidentenwahl im Iran wird der Ton im Wahlkampf zunehmend rauer: Nach einem Fernsehduell warf die Opposition Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad vor, mit seinen Äußerungen "gegen die guten Sitten" zu verstoßen.

Wie die iranische Nachrichtenagentur ILNA am Freitag berichtete, hatte Ahmadinejad in dem Duell mit seinem Herausforderer Mir Hossein Moussavi dem früheren Staatspräsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani und dessen Kindern Korruption vorgeworfen.

Den früheren reformorientierten Präsidenten Mohammed Khatami und die Ehefrau Moussavis beschuldigte Ahmadinejad, sich mit falschen Federn zu schmücken. Sie hätten angeblich beide gar keinen Doktortitel. Moussavis Ehefrau, Sahra Rahnaward, die als engagierte Verfechterin der Frauenrechte besonders bei Wählerinnen beliebt ist, präsentierte daraufhin umgehend ihren Abschluss von der Universität Teheran und erklärte: “Ich frage mich wirklich, ob das Land keine anderen Probleme hat als meinen akademischen Abschluss.” Und sie fügte hinzu: “Das ist im Wahlkampf wirklich ein Verhalten wider die guten Sitten, das gefährliche Ausmaße annehmen könnte.”

Khatami äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf. Rafsanjani forderte über Vertreter, er müsse die Chance bekommen, sich im Fernsehen zu den Vorwürfen zu äußern. Chatami und Rafsanjani treten zwar nicht als Kandidaten an, unterstützen aber beide Moussavi, hinter dem die Oppositionskoalition der moderaten und reformorientierten Parteien steht.

Moussavi nahm bei der TV-Runde am Mittwoch ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Ahmadinejads Bilanz als Präsident sei erniedrigend für die Iraner, die ihm “wirklich leidtun”, sagte er. Eine solch barsche Kritik an einem amtierenden Präsidenten hatte es bisher in der Geschichte der islamischen Republik noch nicht gegeben.

Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Khamenei, forderte die Kandidaten unterdessen auf, von Vorwürfen und gegenseitigen Beleidigungen Abstand zu nehmen.

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