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Titel von Krawallen überschattet

Der Meister AC Milan war grandios, die Fußball-Saison in Italien grausig. Mit der Rekordpunktzahl von 79 Zählern holten sich die Mailänder schon zwei Runden vor Saisonende mit einem 1:0-Sieg gegen AS Roma zum 17. Mal den „Scudetto".

70.000 „Milanisti” feierten nach einem turbulenten Titelfinale im Meazza-Stadion, Zehntausende bejubelten Milan auf dem in ein rotschwarzes Fahnenmeer getauchten Domplatz. Als gegen Ende des Spitzenspiels strömender Regen einsetzte, schien es fast, als solle damit eine bis zur letzten Sekunde von Fan-Randalen, Finanzskandalen und Manipulationsvorwürfen befleckte Saison rein gewaschen werden.

Selbst das große Finale wurde von randalierenden Roma-Fans und Schiebungs-Vorwürfen überschattet, weil Schiedsrichter Domenico Messina einen fälligen Handelfmeter in der 49. Minute für die Römer übersah. „Der Elfmeter hätte das Spiel gedreht”, schimpfte Roma-Trainer Fabio Capello.

Die Mailänder gewannen durch das Blitztor von Andrej Schewtschenko in der zweiten Minute nach Vorlage des überragenden Kaka. „Fünf Jahre habe ich auf diesen Titel gewartet”, jubelte der ukrainische Torschütze, der mit 22 Toren auch kurz vor dem Gewinn der Torjägerkrone steht. Zuletzt wurde Milan 1999 Meister.

„Ich bin sehr glücklich”, erklärte Milan-Besitzer und Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf der Tribüne recht verhalten, Milans allmächtiger Vereinsboss hat derweil schon die Weichen für den nächsten Triumph gestellt. Das neue Ziel heißt: „Rückeroberung des Champions-League-Titels.”

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