Therapiestation Lukasfeld in Meiningen

Die Therapiestation Lukasfeld in Meiningen.
Die Therapiestation Lukasfeld in Meiningen. ©Manfred Bauer
Meiningen. Die Therapiestation Lukasfeld in Meiningen hat den Auftrag, jugendlichen Menschen mit Drogenproblemen neben der körperlichen Entgiftung auch eine Kurzzeittherapie zu ermöglichen. Bilder der Erlebnistage

Lukasfeld ist eine Außenstelle des Krankenhauses Maria Ebene in Frastanz und wurde 1995 eingerichtet. Durchschnittlich werden dort 18 jugendliche drogenabhängige Frauen und Männer (16 Therapieplätze und drei Entzugsbetten) betreut. Die Aufenthaltsdauer schwankt zwischen drei und maximal fünf Monaten, die Betreuung – rund um die Uhr – liegt in den Händen von 16 Mitarbeitern (Ärzten, Pflegepersonal, Psycho- und Soziotherapeuten sowie Verwaltungspersonal).
Zur Problematik im Therapiebereich erklärt Dr. Roland Wölfle, der Leiter der Therapiestation Lukasfeld: „Unsere Aufgabe ist sehr schwierig weil wir in einer süchtigen Gesellschaft (Drogen, Alkohol, Spielen, Handy, Arbeit, Internet, usw.) leben. Und gerade diese Gesellschaft gibt uns den widersprüchlichen Auftrag, Suchtkranke von einem Leid zu befreien, das sie zu einem erheblichen Teil selbst verursacht hat”.
Für sechs Patienten der Therapiestation Lukasfeld organisierte der schon erfahrenen Qutdoorspezialist DGKP Martin Waldner zusammen mit DGKS Andrea Sommavilla drei Outdoortage am Alten Rhein (Kanufahren) und auf einer Hütte am Mellenstock im Bregenzerwald. Dabei standen unter anderem kooperative Übungen wie „Lava-See” und der Bau einer „Da Vinci Brücke” auf dem Programm. Da Vinci war nicht nur der geniale Maler der berühmten „Mona Lisa”, sondern auch ein Wissenschaftler und Erfinder. Unter anderem hat er die Aufgabe übertragen bekommen, aus Holzbalken oder Holzstämmen eine Brückenkonstruktion zu entwerfen. Die Brücke sollte ohne Nägel und andere fixe Befestigungen errichtet und nach ihrer Nutzung wieder abgebrochen werden können. Da Vinci hat diese Aufgabe gelöst.
Diese Problemstellung wurde auch der Gruppe aus der Therapiestation Lukasfeld übertragen und es zeigte sich, wie die kollektive Intelligenz des Teams mit dem Genie eines Einzelnen durchaus mithalten kann: Die Aufgabe wurde in kurzer Zeit auf überzeugende Art und Weise gelöst. Erste Erfahrungen mit Teambildung, Vertrauen, Durchhaltevermögen und Frustration wurden gemacht. Ein wichtiger Hauptaspekt war jedoch ein positives Erfolgserlebnis zu erreichen. Am Lagerfeuer entstand so die Idee, die bevorstehende Nacht im Freien und nicht in der Hütte zu verbringen. Mit Abdeckplanen, Seilmaterial und einigen Isomatten wurde in kurzer Zeit eine recht komfortable Behausung errichtet und so draußen biwakiert. In weiterer Folge wurden kooperative Übungen wie die Durchquerung eines Spinnennetzes, die Umsetzung eines schwierigen Postenlaufes, eine Schluchtüberquerung usw. umgesetzt. Es wurde aber auch in der Hütte Brot gebacken, Minestrone gekocht und als Abschluss die Hütte aufgeräumt.
So kehrte die Gruppe nach drei Tagen wieder zurück, bereichert durch tiefe Erlebnisse und wertvolle Erfahrungen, die nicht ohne Langzeitwirkung bleiben werden. Alle haben übereinstimmend gemeint, sie wären gerne noch länger geblieben, viel länger sogar. Und eine derartige Mitteilung drückt wohl am besten aus, dass jeder Einzelne sehr davon profitiert hat und dass sich der personelle und materielle Aufwand für erlebnispädagogische Aktivitäten sehr lohnt.
Manfred Bauer

Lukasfeld, 6812 Meiningen, Austria

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