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Theater Kosmos mit "Geld und Gott": Spritzige österreichische Erstaufführung

Die Darsteller des Theater Kosmos beeindrucken in "Geld und Gott" mit ihrer enormen Spiellust.
Die Darsteller des Theater Kosmos beeindrucken in "Geld und Gott" mit ihrer enormen Spiellust. ©Theater Kosmos/Kresser
Bregenz. Die neue Produktion des Bregenzer Theater Kosmos ist wie eine Tüte Brause auf der Zunge - aufregend, bunt und bis zur letzten Sekunde überraschend. Donnerstagabend feierte "Geld und Gott" seine österreichische Erstaufführung.

Das Publikum bedankte sich für eineinhalb Stunden beste Unterhaltung mit begeistertem Schlussapplaus, nachdem das Stück von Brigitte und Niklaus Helbling geendet hatte.

Eine Hotelbar in Gotham City

Zur Geschichte: Morgengrauen in Gotham City. Zwei Menschen trinken in einer Hotelbar, ein Mann im Superhelden-Kostüm stürzt in den Tod. Außerdem mit dabei sind eine Polizistin, ein melancholischer Hotelkoch mit einem geheimnisvollen Begleiter und illegale Millionen, die gestohlen werden.

Am einen Ort ergibt sich ein Trip in die Hölle, anderswo entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Aber alle finden sich am Ende auf einer Party von Otto Gott wieder, dem reichsten Mann der Stadt, den sie am Ende auch noch entführen.

Überzeugende Darsteller

Die Story wird auf sehr rasante und unterhaltsame Weise erzählt – sie springt zwischen den Orten hin und her oder in der Zeit vor und zurück. Aber es sind vor allem die Darsteller, die mit enormer Spiellust beeindrucken. Maria Fliri, die erstmals im Theater Kosmos zu sehen ist, spielt die unterbezahlte Polizistin Josefine.

Johannes Gabl ist der seltsame Anwalt Max. Anwar Kashlan gibt einerseits den melancholischen, mit spanischem Akzent sprechenden Juan und andererseits den selbstsicheren Otto Gott. Und Diana Kashlan verwandelt sich in die reizende Schauspielerin Betty.

Alle unterhalten mit schnellen Dialogen, treten gekonnt aus ihren Rollen und kommentieren sich quasi selbst. Als fünfte Darstellerin im Bunde punktet Helena Daehler, die ebenfalls ihre Kosmos-Premiere feiert. Sie ist der “Hombre, der aussieht wie Bob Dylan”. Daehler begleitet die Geschichte vor allem musikalisch und gibt der Inszenierung damit noch mehr Farbe.

Bühnenbild á la Dali

Sehr zu loben ist Ausstatterin Caro Stark, die es geschafft hat, diese inszenierte Wundertüte wortwörtlich in eine Kiste zu packen. So nämlich präsentiert sich das Bühnenbild zu Beginn – eine fast unscheinbare große Transport-Kiste in der Mitte der Bühne. Die, wenn erstmal geöffnet, ihren ganzen knallbunten Inhalt entfaltet (ausklappt) und auf zwei Ebenen Spielmöglichkeiten bietet. Die Hölle etwa sieht aus, als wäre sie gestaltet von Franco und Dali – surreal und grotesk.

Regisseur Stephan Kasimir hat am Theater Kosmos schon einige Inszenierungen abgeliefert, die aktuelle zählt aber sicher zu seinen besten. Die 90 Minuten “Geld und Gott” sind Unterhaltung vom Feinsten, gespickt mit kurzweiligen Dialogen und praller Gestaltungslust.

Und am Ende hätte man gerne noch erfahren, was die vier Superhelden wohl als nächstes anstellen. Das Publikum am Premierenabend war jedenfalls hingerissen von der spritzigen Inszenierung und spendete begeisterten Schlussapplaus. Die Komödie steht noch bis Mitte Mai auf dem Spielplan. (APA)

“Geld und Gott”
Superhelden-Komödie nach Dante von Brigitte und Niklaus Helbling.
Weitere Vorstellungen: 18., 24., 30. April und 2., 3., 7., 8., 9., 13. Mai 2015 jeweils um 20.00 Uhr
Dauer: 90 Minuten, keine Pause.
Theater Kosmos, Bregenz
Karten unter www.theaterkosmos.at

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