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Theater in der Josefstadt: Hans Hollmann inszeniert "Unverhofft"

©© APA
Schauspieler Otto Schenk als Herr von Ledig, der sich plötzlich um ein Kleinkind kümmern muss. Die Premiere ist morgen in Wien.

“Man kann keine Aktualitäten in einem über 150 Jahre alten Stück entdecken!” Geradezu entrüstet wehrt Regisseur Hans Hollmann die Nachfrage ab, ob sich mit Nestoys Posse “Unverhofft”, in der ein betagter Herr von Ledig (gespielt von Otto Schenk) plötzlich im eigenen Bett ein kleines Kind findet, eventuell Bezüge zu heutigen Familien-, Erziehungs- oder Kinderdebatten herstellen ließen. Aktuelle Couplet-Zusatzstrophen allerdings “müssen sein”, findet er, und hat für seine Inszenierung, die morgen, Donnerstag, im Theater an der Josefstadt Premiere hat, bei Christoph Wagner-Trenkwitz entsprechend Spitzzüngiges bestellt.

Abgesehen davon sieht Hollmann, der am 4. Februar seinen 75. Geburtstag feiert, Nestroys Text beinahe als sakrosankt an. Dieser sei “Literatur” und daher nicht zu verändern. “Wenn man ihn bearbeitet, ist man selten erfolgreich.” Dennoch liebe er es, eingefahrene Bahnen zu verlassen, schildert der seit langem in Basel lebende gebürtige Grazer im Gespräch mit der APA. “Man muss sich entscheiden, ob man mit dem Stil und dem Raum operiert und experimentiert oder mit der Sprache. Das würde ich aber nie tun!” Daher habe er sich mit dem Bühnenbildner Rolf Langenfass dazu entschieden, mit optischen Elementen von Trompe-l’oeil-Malerei bis hin zu Magritte zu spielen und die Welt quasi auf den Kopf zu stellen. “Wir werden damit überraschen”, hofft Hollmann.

Obwohl sich der Regisseur in seiner langen Karriere ausführlich mit österreichischer Literatur beschäftigt hat, machte er bisher um Nestroy – mit Ausnahme einer “Lumpazivagabundus”-Inszenierung 1975 zu Beginn seiner Basler Intendanz – einen Bogen. “Dafür habe ich die Ader, die von Nestroy zu Karl Kraus, Elias Canetti, Ödön von Horvath, Elfriede Jelinek und Werner Schwab und einigen anderen geflossen ist, ausführlich verfolgt”, betont Hollmann, den die “Ausweitung der Nestroy’schen Methode im 20. Jahrhundert” bisher mehr interessierte als das Original, “das schon nördlich der Alpen nicht so greift, wie er hier zu greifen pflegt”.

Am Theater in der Josefstadt hat Hollmann, der am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel und Regie studierte, anno 1958 angefangen. Von damals rührt auch seine Bekanntschaft mit Otto Schenk, die nun bereits ein halbes Jahrhundert währt. Mit Schenk, den er 2006 in seiner Josefstadt-Inszenierung von Oscar Wildes “Bunbury” als Fräulein Prism besetzte, sei er 1969 auch gemeinsam auf der Bühne gestanden, erzählt Hollmann schmunzelnd. Im Feydeau-Einakter “Herzliches Beileid” war damals auch Schenks Gattin Renée mit dabei. Im zweiten Teil des Einakter-Abends spielte man übrigens Nestroys “Zeitvertreib”. Der Kreis schließt sich. Nestroy entkommt man nicht.

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