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TGV: Neuer Geschwindigkeits-Weltrekord

Eine Spezialversion des TGV schaffte es am Dienstag nach Angaben eines mitfahrenden Notars auf der Strecke zwischen Straßburg und Paris bis auf 574,8 Stundenkilometer.

Damit übertraf der „V150“ getaufte Zug den bisherigen Rekord für radgebundene Schienenfahrzeuge, der gleichfalls von einem TGV im Jahr 1990 mit 515,3 Stundenkilometern aufgestellt wurde. Schneller als der vom französischen Hersteller Alstom gebaute Zug war auf einer Schienenstrecke bisher nur die japanische Magnetschwebebahn JR-Maglev, die 2003 Tempo 581 schaffte, dabei aber keinen Kontakt zum Boden hatte. Der deutsche InterCityExpress (ICE) hatte es 1988 bis auf 406,9 Stundenkilometer gebracht.

Für den TGV-Hersteller Alstom ist der Rekord vor allem Werbung beim Verkauf des Zuges im Ausland. Im normalen Betrieb sind solche Geschwindigkeiten nicht realistisch. Die französische Staatsbahn SNCF überlegt allerdings, das Tempo bis auf 360 Kilometer pro Stunde zu erhöhen. Technisch sei dies bei den TGV-Hochgeschwindigkeitszügen möglich, sagte SNCF-Generaldirektor Guillaume Pepy, im Fernsehsender France 2. Angesichts der dafür notwendigen Veränderungen an Zügen und Strecken müsse aber geprüft werden, „ob sich das wirtschaftlich lohnt“.

Die Vorbereitungen:

Bisher fahren TGV-Züge in Frankreich mit 300 Stundenkilometern. Ab Juni soll auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Straßburg, auf der auch deutsche ICE-Züge verkehren werden, dann Tempo 320 erreicht werden.

Alstom setzte bei der Rekordfahrt eine Spezialversion des TGV aus zwei Loks und drei doppelstöckigen Wagen mit 25.000 PS ein. Im Unterschied zu den herkömmlichen TGVs ist der Antrieb dabei auf der ganzen Länge des 234 Tonnen schweren Zuges verteilt und nicht mehr nur in den Lokomotiven konzentriert.

Auch die Strecke, auf der ein abschüssiges Stück 200 Kilometer vor Paris für die Rekordfahrt ausgewählt wurde, musste besonders präpariert werden: Stromleitungen wurden verstärkt und die daran liegende Spannung erhöht. Auch das Gleisbett musste besonders gesichert werden, um den starken Erschütterungen durch den Super-Zug standzuhalten. Insgesamt kostete die Rekordfahrt die Staatsbahn SNCF, die Schienengesellschaft RFF und Alstom 30 Millionen Euro.

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