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Test bei Verdachtsfällen in Österreich möglich

Österreich ist auf Schweinegrippe-Verdachtsfälle bei Menschen laut Virologie-Experte Franz Heinz bestens vorbereitet. Man habe Glück, dass derzeit keine Influenza-Saison sei. Im Winter bei einer Grippewelle würde die Pandemie-Gefahr erheblich größer sein.

“Wenn es jetzt eine Probe gäbe, könnten wir schon testen”, betonte der Leiter des Virologischen Instituts der Medizinischen Universität Wien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe nach den Todesfällen in Mexiko die gesamte genetische Information des Schweinegrippe-Virus (H1N1) veröffentlicht. Anhand dieser könnten Verdachtsfälle bereits überprüft werden. “Die Test sind relativ einfach und üblich bei Influenza”, so Heinz. Wie bei jedem Patienten, dessen Symptome eine echte Grippe vermuten lassen, sei das Virus anhand eines Abstriches direkt über Nasen- und Rachensekret nachweisbar. Ein Ergebnis liege innerhalb eines Tages vor.

“Das ist alles in der Routine im Pandemie-Plan vorgesehen”, beurteilte Heinz die aktuelle Situation in Österreich. “Jetzt gibt es sozusagen einen Anlassfall, der zum Tragen kommt. Wir sind eigentlich sehr gut aufgestellt.” Im Moment sei man dabei, anhand der WHO-Informationen über das Schweinegrippe-Virus eine Sonde für spezifische Test zu synthetisieren, erklärte der Virologe. Bis zum Vorliegen der “maßgeschneiderten” Abstrich-Materialien würde es noch ein bis zwei Tage dauern. Das Adaptieren der Materialien an den Virus stelle kein Problem, da man Einzelfälle theoretisch jetzt schon testen könnte.

Die Methode der Tests sei die gleich wie bei der Vogelgrippe, damals seien die Tests auch an den spezifischen Erreger (H5N1), angepasst worden. Die gleiche Überprüfungsart werde auch zur Kontrolle der Influenza vom zuständigen “Diagnose Netzwerk Österreich” vorgenommen: Bei jedem Verdachtsfall in ganz Österreich werde eine Probe genommen und ins Labor geschickt.

Bei breiten Tests würden – im Gegensatz zu spezifischen H1N1-Abstrichen – sämtliche Virenstämme, beispielsweise der Influenza A, erfasst, erklärte Heinz. Würde bei einem Virus eine Veränderung auftreten, wäre diese Entstehung eines Subtypen bemerkbar. Das Ergebnis würde mit keinem gängigen Influenza A-Muster mehr übereinstimmen.

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