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Terror in Tunesien: "So habe ich meinen Sohn nicht erzogen"

Ein tunesischer Student hatte am Freitag in Sousse 38 Menschen erschossen
Ein tunesischer Student hatte am Freitag in Sousse 38 Menschen erschossen ©EPA
Nach dem blutigen Terroranschlag in Tunesien gibt es ein zweites deutsches Todesopfer. Auch fanden erste Festnahmen statt. Daneben distanzierte sich der Vater des erschossenen Attentäters von seinem Sohn. Er habe ihn nicht dazu erzogen, unschuldige Menschen zu töten. Unterdessen tauchte am Montag ein neues Amateur-Video auf, das zeigt, wie der Attentäter nach weiteren Opfern sucht.

Das teilte das deutsche Auswärtige Amt nach der Identifizierung weiterer Leichen am Montag mit. Ein Attentäter hatte am Freitag bei dem Angriff auf ein Strandhotel bei der tunesischen Stadt Sousse 38 Menschen erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Zu dem Anschlag am Freitag am Strand in Port El Kantaoui nahe Sousse hatte sich die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannt.

Erste Festnahmen nach Anschlag in Tunesien

Unterdessen gab die Regierung bekannt, dass mehrere mutmaßliche Unterstützter des erschossenen Täters festgenommen worden seien. Eine “erste Gruppe” sei gefasst worden, “eine bedeutende Anzahl von Menschen aus dem Netzwerk”, das hinter dem Täter gestanden habe, sagte der tunesische Innenminister Najem Gharsalli am Montag in Sousse bei einer Pressekonferenz mit seinen Kollegen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Einzelheiten nannte Gharsalli nicht, auch nicht die Zahl der Festgenommenen.

Berlin, Paris und London sagen Tunesien Unterstützung zu

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere, Großbritanniens Innenministerin Theresa May und ihr französischer Amtskollege Bernard Cazeneuve besuchten drei Tage nach dem Terroranschlag das Strandhotel “Imperial Marhaba” in Sousse, den Ort der Attacke vom Freitag.  Die Minister versprachen dem Land Hilfe im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. “Wir sind hierher gekommen, um Solidarität zu zeigen mit dieser jungen und immer noch verletzlichen Demokratie”, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Montag in Sousse.

“Wir sind entschlossen zu zeigen, dass Freiheit stärker ist als Terrorismus”, fügte der CDU-Politiker hinzu. Deutschland unterstütze die Maßnahmen Tunesiens zum Schutze der Touristen.

Tunesien hat seit dem Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali 2011 mit islamistischen Fanatikern zu kämpfen. Regelmäßig kommt es zu Gewalt zwischen Jihadisten und den Sicherheitskräften. Aus dem kleinen Land sollen zudem mehr als 3000 Menschen als Kämpfer in den “Jihad” nach Syrien und in den Irak gezogen sein.

Vater des Attentäters distanziert sich

Der Vater des Attentäters distanzierte sich von seinem Sohn. “Nur Gott weiß, was meinen Sohn zu dieser Tat gebracht hat. Ich habe meinen Sohn nicht so erzogen. Nicht dazu erzogen, dass er Menschen tötet”, sagte der in der nordtunesischen Stadt Gaafour lebende Mann in den ARD-“Tagesthemen”. Er sehe die Bilder der Opfer vor seinen Augen und könne nicht nachvollziehen, wie sein Sohn unschuldige Menschen habe töten können. “Irgendwelche Leute müssen meinen Sohn indoktriniert haben, dass er so etwas tut.” Er habe keine Anzeichen für extremistisches Verhalten gezeigt.

Amateur-Video zeigt Anschlag auf Strandhotel

In den sozialen Netzwerken im Internet wurde am Montag ein Amateur-Video der Bluttat verbreitet. Es zeigt den Attentäter, wie er langsam an leblosen Körpern vorbei den Strand entlang läuft.

Auf dem elf Minuten langen Video, das von einem Tunesier mit seinem Handy aufgenommen worden war, sind auch Schüsse zu hören. “Das ist er, dort in Shorts! (…) Er ist dort! Er kommt!”, schreien Tunesier auf Arabisch in der Hotelanlage, viele von ihnen scheinen Angestellte oder Schwimmlehrer zu sein. Schüsse sind dann zu hören und eine Explosion.

Das Video des filmenden Tunesiers, der sich hinter einer Mauer versteckt hatte, zeigt dann den Attentäter, wie er ohne Eile vom Hotel zum Strand geht. Der von den Behörden als ein 24-jährige Student identifizierte Angreifer hatte im Hotel und am Strand wahllos auf Touristen geschossen. Unter den 38 Todesopfern sind vor allem Briten.

“Haltet ihn! Haltet ihn!”

Während seiner Video-Aufnahme folgt der Tunesier dem Attentäter, bleibt aber immer auf Distanz. Dabei kommt er an mit Blut bedeckten, leblosen Menschen vorbei, die am Strand von dem Attentäter überrascht worden waren. “Warum tötest du die Menschen?”, stößt der filmende Tunesier aus und ruft die Polizei um Hilfe. Zusammen mit anderen Tunesiern läuft er dann hinter dem Attentäter her, Beschimpfungen sind zu hören und einer schreit: “Haltet ihn! Haltet ihn!”

Dann ist eine Straße neben dem Hotel zu sehen und wieder fallen Schüsse. Dort war Zeugenberichten und Fotos zufolge der Angreifer von der Polizei erschossen worden, auf dem Video ist das nicht zu sehen.

Ein deutscher Augenzeuge berichtet:

(APA/dpa/red)

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