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Terror in London: Soldat auf offener Straße mit Fleischerbeil zerstückelt

Fieberhafte Ermittlungen zu den Hintergründen
Fieberhafte Ermittlungen zu den Hintergründen ©APA
Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Endspiel in der Champions League des europäischen Fußballverbandes in London herrscht an der Themse Terrorangst.
Bilder vom Tatort
Attentäter vor der Kamera

Am Mittwoch brachten zwei Männer im Stadtteil Woolwich einen Mann auf offener Straße und am helllichten Tag um. Wenig später wurden mit Messern bewaffnete Männer in zwei Moscheen in Kent und Essex gesehen.

Mit Fleischerbeil und Messer hingerichtet

Die Täter, die Medienberichten zufolge den muslimischen Ruf “Gott ist der Größte” (“Allahu akbar”; Anm.) ertönen ließen, zerstückelten ihr Opfer am helllichten Tage mit einem Fleischerbeil und einem Messer, wenige Meter von einer Kaserne entfernt. Die Behörden bestätigten zunächst nicht Augenzeugenberichte, wonach es sich um einen Soldaten der britischen Armee aus einer nahe gelegenen Kaserne handelt.

Die Angreifer wurden nach der Tat von der Polizei angeschossen. Einer der mutmaßlichen Täter soll dabei lebensgefährlich verletzt worden sein.

Soldat zu enthaupten versucht

Der Anschlag wurde im Woolwich im Südosten der britischen Hauptstadt in der Nähe einer Kaserne verübt. Dort war das Opfer wahrscheinlich stationiert. Medienberichten zufolge versuchten die Angreifer auch, den Mann zu enthaupten.

Cameron: “Terroranschlag”

Cameron, den die Nachricht von der Tat in Paris ereilte, sprach von “deutlichen Hinweisen auf einen terroristischen Akt”. Die Tat sei “schrecklich” und “absolut widerwärtig”. Königin Elizabeth, die der Londoner Kaserne Ende Mai einen Besuch abstatten wollte, äußerte sich “besorgt” über den Angriff, wie ein Palastsprecher mitteilte.

Cameron beruft Krisenstab ein

Er wies Innenministerin Theresa May an, den Krisenstab einzuberufen. Der Regierungschef kürzte seinen Frankreich-Besuch ab und wollte noch am Abend nach London zurückkehren. Londons Bürgermeister Johnson sagte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handle es sich um einen Terroranschlag, wie ihn die Millionenmetropole schon mehrfach erlebt habe.

Rasmussen: “Barbarischer Akt”

Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verurteilte die Tat. “Solche Anschläge sind niemals zu rechtfertigen”, sagte er in einem Statement. Die britische Innenministerin Theresa May sagte nach der ersten Sitzung des Sicherheitskabinetts, es sein ein Anschlag “auf alle in Großbritannien” gewesen. Auch der britische Muslimrat verurteilte das Verbrechen. “Nichts rechtfertigt diesen Mord. Barbarische Akte können in keiner Weise mit dem Islam entschuldigt werden”, hieß es in einem Statement.

“Auge um Auge, Zahn um Zahn”

Der britische Fernsehsender ITV strahlte am Abend Amateuraufnahmen mit einem jungen Mann aus, der in seinen blutverschmierten Händen zwei Messer hielt. “Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, Euch zu bekämpfen, bis Ihr uns in Ruhe lasst”, rief er in die Kamera. “Auge um Auge, und Zahn um Zahn. Es tut mit leid, dass Frauen das mit ansehen mussten. Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe mitansehen. Ihr werdet nie sicher sein. Setzt Eure Regierung ab. Sie kümmert sich nicht um Euch!”

Die Polizei räumte den Tatort voller Blutlachen weiträumig ab. Über dem Viertel kreisten Hubschrauber. Die Sicherheitsvorkehrungen an Kasernen wurden verschärft.

Islamfeindliche Aktionen

Nach der brutalen Tötung des Soldaten kam es in Großbritannien zu islamfeindlichen Aktionen. Ein 43-Jähriger wurde festgenommen, als er mit einem Messer in eine Moschee in der Hauptstadt eindrang, wie ein Abgeordneter auf Twitter berichtete. Ein zweiter Mann wurde wegen Verdachts auf rassistisch motivierte Sachbeschädigung im Südosten des Landes festgenommen.

Terrorangst kurz vor CL-Finale

Die Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Kaserne in Woolwich sowie an anderen britischen Militäreinrichtungen wurden verstärkt. Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden, seit 2005 bei Anschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Menschen ums Leben gekommen waren.

(APA; red)

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