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Terror in Indonesien: IS bekennt sich zum Anschlag in Jakarta

Anti-Terror-Einheiten bereiteten dem Anschlag schnell ein Ende.
Anti-Terror-Einheiten bereiteten dem Anschlag schnell ein Ende. ©AP
Jakarta. Bei einem Terroranschlag im Zentrum der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter die fünf Attentäter. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.
Terror-Anschlag in Jakarta
Schüsse und Explosionen in Jakarta
“Zwei Täter haben sich in die Luft gesprengt”, sagte Polizeisprecher Mohammad Iqbal. “Drei weitere hat die Polizei erschossen, als sie Bomben werfen wollten.” Zwei Menschen starben durch das Terrorkommando. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein Österreicher. Er trug nach Angaben eines Sprechers des Außenministeriums leichte Verletzungen davon.

IS bekennt sich zum Anschlag

Zum Anschlag bekannt hat sich die Terrormilz “Islamischer Staat” (IS). Kämpfer des IS hätten am Donnerstagmorgen ausländische Bürger und Sicherheitskräfte angegriffen, meldete die als Sprachrohr der Extremisten geltenden Nachrichtenagentur Al-Amak im Internet. Zu den Tätern und Motiven äußerte man sich nicht. Die Angaben ließen sich vorerst nicht unabhängig überprüfen.

Auch die indonesischen Behörden gehen davon aus, dass die Aktion auf das Konto von Sympathisanten des IS geht. “Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS”, sagte der Polizeichef von Jakarta, Tito Karnavian. “Der IS hat Zellen in Südostasien, auch in Indonesien.” Präsident Joko Widodo rief zur Ruhe auf. “Wir werden uns nicht von diesen Terroranschlägen in die Knie zwingen lassen”, sagte er im Fernsehen.

“Schüsse und Explosionen”

Die Angreifer schlugen morgens mitten im Wirtschafts- und Finanzzentrum der Stadt zu. Anwohner und Büroangestellte hörten plötzlich laute Detonationen. “Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse”, berichtete Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. “Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte.”
Ein Ziel der Attentäter war offenbar ein Starbucks-Café. Das Unternehmen bestätigte einen Überfall und einen verletzten Gast. Die Scheiben des Geschäfts wurden offenbar durch die Wucht einer Detonation auf die Straße geschleudert. Die Anschläge passierten in unmittelbarer Nähe des Sarinah-Einkaufszentrums, das mit einer großen Souvenir-Abteilung auch Ausländer anzieht. Allerdings ist die Stadt anders als andere Metropolen Südostasiens kein Touristenmagnet.

Ganzes Stadtviertel abgeriegelt

Die Polizei schloss zunächst nicht aus, dass Attentäter flüchteten und womöglich in einem Gebäude Geiseln hielten. Eine schwer bewaffnete Anti-Terror-Einheit riegelte die Umgebung und war mit Scharfschützen im Einsatz. Tausende Menschen in den umliegenden Bürohäusern durften die Büros zunächst nicht verlassen.

Darunter war Jeremy Douglas, Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Das UN-Gebäude ist gegenüber dem Sarinah-Einkaufszentrum. “Wir sitzen hier im zehnten Stock fest”, sagte er dem Fernsehsender BBC. “Wir sehen auf der Straße jede Menge Spezialeinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt.” Die Befürchtung der Geiselnahme bestätigte sich nicht.

Staat geht hart gegen Terroristen vor

Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner Indonesiens sind Muslime. Bei Sprengstoffattentaten muslimischer Extremisten auf der Ferieninsel Bali im Jahr 2002 starben 202 Menschen, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert. (red/APA/dpa/Reuters)

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