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Terror in Barcelona: Was wir wissen - und was nicht

13 Tote und 50 Verletzte nach dem Anschlag in Barcelona.
13 Tote und 50 Verletzte nach dem Anschlag in Barcelona. ©AP
Ein weißer Lieferwagen rast auf der Flaniermeile Las Ramblas mitten in Barcelona in Passanten. Es gibt Tote und Verletzte, der Täter lässt den Wagen stehen und flüchtet zu Fuß. Was wir am Abend nach dem Anschlag wissen, und was vier Stunden nach der Tat noch nicht klar ist.

Was wir wissen

Die Tat: Gegen 17.00 Uhr fährt am Donnerstagnachmittag ein weißer Lieferwagen laut Augenzeugenberichten mit hoher Geschwindigkeit auf die Flaniermeile Las Ramblas. In der Mitte dieser Straße ist ein breiter Flanierbereich für Fußgänger, auf diesem rast der Transporter den Berichten zufolge im Zickzack in die Menschengruppen hinein. Nach Angaben der Zeitung “El Periódico de Catalunya” legt der Fahrer auf den Las Ramblas gut 550 Meter zurück. Am Pla de l’Os bleibt der Van stehen, mitten auf einem bekannten Mosaik von Joan Miró. Der Fahrer flüchtet zu Fuß.

Der Tatort: Die Flaniermeile Las Ramblas ist eine knapp 1,3 Kilometer lange Promenade im Zentrum der Stadt. Sie führt von der Plaça de Catalunya im Norden bis zum Alten Hafen am südlichen Ende. Mit seinen historischen Häusern, der alten Markthalle und dem Liceu-Theater sowie den Blumenhändlern und Straßenkünstlern zählt der Boulevard zu den Hauptattraktionen für Touristen. Entlang der Ramblas und in den Seitengassen befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Hostels.

Das Fahrzeug: Bei dem Tatfahrzeug handelt es sich um einen weißen Lieferwagen einer Leihwagenfirma. Ein zweiter Lieferwagen, mit dem die Attentäter womöglich hätten fliehen wollen, sei nahe Barcelona gefunden worden, schreiben die katalanischen Zeitungen “La Vanguardia” und “El Periódico de Catalunya” unter Berufung auf die Polizei.

AFP
AFP ©AFP

Die Zahl der Opfer: Mindestens 13 Menschen wurden getötet, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Dies teilte der katalanische Innenminister Joaquim Forn am Donnerstagabend auf Twitter mit.

Die Polizei dementiert Medienberichte, wonach sich Menschen – darunter möglicherweise auch Täter – in einem Restaurant verschanzt hätten. Niemand habe sich verschanzt, heißt es.

Zweites Attentat in Cambriles: Nur wenige Stunden nach der Attacke in Barcelona hat die Polizei ein zweites Attentat in der spanischen Kleinstadt Cambriles vorzeitig gestoppt. Verletzt wurden sieben Personen. Fünf Terroristen, die Sprengstoffgürtel getragen haben, wurden getötet.

IS bekennt sich: Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die Verantwortung für den Anschlag in Barcelona übernommen. Eine entsprechende Erklärung wurde am Donnerstagabend von ihrem Sprachrohr Amak verbreitet.

Was wir nicht wissen

Gab es womöglich mehrere Täter? Es war am Abend unklar, wie viele Menschen in dem Lieferwagen gesessen haben. Der Fahrer soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen getragen haben, wie die Zeitung “El Periódico de Catalunya” berichtete. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte suchten nach dem Flüchtigen in der Umgebung. “El País” zufolge war der Fahrer am frühen Freitagmorgen noch immer auf der Flucht. Ob der oder die Täter bewaffnet waren, blieb am Abend ebenfalls unklar. Die Zeitung “El País” schrieb unter Berufung auf die Polizei, bei dem Anmieter des Tatfahrzeugs handele es sich um einen namentlich genannten Marokkaner, der sich legal in Spanien aufhalte. Später allerdings meldete sich nach Medienberichten ein Mann mit diesem Namen bei der Polizei und gab an, ihm seien die Papiere gestohlen worden.

Das Motiv: Die spanische Polizei spricht von einem Terroranschlag. Die auf dschihadistische Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group berichtete, dass Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in sozialen Netzwerken den Anschlag in Barcelona ähnlich feierten wie seinerzeit die Attacke in Manchester. Der Oberrabbiner von Barcelona, Meir Bar-Hen, sagte am frühen Abend, es habe nicht den Anschein, dass der Anschlag gezielt gegen Juden gerichtet gewesen sei. An der Anschlagsstrecke liegt auch das jüdische Restaurant “Maccabi”.

Die Hintergründe des Einsatzes in Cambrils: Die Ermittler prüfen, ob die Täter die Attacke mit einem Lieferwagen in Barcelona mit mindestens 13 Toten nachahmen wollten und ob die Täter Sprengstoffwesten trugen. Das mögliche Anschlagziel, die Strandpromenade Paseo Marítimo, ist voller Bars und Discos. Angeblich stand der Fahrer von Cambrils in Verbindung mit einer Dschihadisten-Zelle in Alcanar, berichtete “La Vanguardia”. Bestätigt wurde dies bislang nicht.

War das Zentrum der Zelle in Alcanar? Dies berichtete die Zeitung “El País”. Die Polizei vermute, dass in dem durch eine Explosion zerstörten Gebäude im äußersten Süden der Region Katalonien ein Sprengsatz gebaut wurde, so das Blatt. Die Polizei sprach bislang nur von “klaren” Verbindungen.

(dpa/red)

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