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Temelin wird ans Netz gehen

Der Generaldirektor des Stromkonzerns CEZ, Jaroslav Mil, hat gehegte Hoffnungen als aussichtslos bezeichnet, dass das AKW Temelin nicht in Betrieb gehen könnte.

„Ich bin kein Politiker und stehe nicht vor Wahlen. Und ich sage Ihnen ganz offen, Temelin wird ans Netz gehen“, erklärte Mil in einem Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Zu den häufigen Abschaltungen der Atomanlage meinte der CEZ- Direktor in der Freitagsausgabe der Zeitung: „Die Frage ist, was man als Störfall oder als Panne bezeichnet. Es ist uns gut gelungen, das US-Kontrollsystem mit dem russischen Reaktorsystem zu verbinden. Die Pannen betreffen ausschließlich den nicht nuklearen Sekundärbereich.“ Es seien allerdings Probleme, die bei allen derartigen Anlagen in der Testphase auftauchten. Dazu gebe es Tests. „Würde ich bei Temelin wohnen, würde ich mir aber keine Sorgen machen“, so Mil.

„Was man nicht versteht und wovon man wenig weiß, davor haben die Leute in der Regel Angst und sie vergrößern die Gefahr mystisch“, kommentierte Mil die in Österreich geäußerten Bedenken gegen Temelin. „Wenn man sich historische Zahlen anschaut, sind durch den Bau und den Betrieb von Kohlekraftwerken viel mehr Menschen zu Schaden gekommen, vor allem in der dazu notwendigen Kohleförderung.“ Beim UNO -Gipfel in Johannesburg werde derzeit fieberhaft überlegt, wie man die CO2-Belastung senken könnte. Hier sei die Atomenergie eine mögliche Lösung, betonte Mil.

Betriebswirtschaftlich sei Temelin preisgünstig. Wenn es fertig sei, werde es konkurrenzfähig sein, gab sich der CEZ-Direktor überzeugt. „Wir haben heute keinen Überschuss an billigen Stromkapazitäten, sondern an teuren“, fügte er hinzu. Der Probebetrieb für den 2. Block werde „leider mit Verzögerung starten“. Mil rechnet damit, dass dies im März oder April nächsten Jahre sein wird. „Jene, die glauben, wir gehen nicht ans Netz, täuschen sich“, unterstrich Mil.

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