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Teil 3: Abschied von der alten Druckrohrleitung

Das Entfernen der Druckrohrleitung war eine Auflage im Umweltverträglichkeits-Prüfungsverfahren. 2019 wird die alte Leitung abgetragen.

Seit 1943 ist sie der markante Bezugspunkt der technischen Revolution und steht seit dieser Zeit sinnbildlich für die Entwicklung der Wasserkraft, zwischen Silvretta- und Vermuntsee, in der Landschaft. Die 3,3 Kilometer lange Druckrohrleitung, die Wasserführung des Obervermuntwerks I, hat mit Ende März 2019 ihren Dienst getan. Mit dem Bau des Obervermuntwerks II wird die Wasserführung des Kraftwerks unterirdisch an den neuen Silvrettastollen angebunden. Als ökologisch wirksame Ausgleichsmaßnahme für den Bau des neuen Kraftwerks wird die Leitung im kommenden Jahr demontiert.

Flach und steil

Für illwerke vkw eine weitere Mammutaufgabe, denn die Stahlrohre, ebenso wie die Festpunkte, insgesamt 18 massive Betonquader, die die Rohre auf ihrem Weg bergab stützen, verschwinden nicht von selbst. „Wir haben es bei der Verbindung zwischen dem Silvrettasee und dem Vermuntsee mit zwei grundlegend unterschiedlichen Baupassagen zu tun“, so Planer Wolfgang Poiger. „Im Bereich Silvretta gibt es eine ausreichend zugängliche Flachstrecke, die auch mit seitlichen Wegen und Betriebsstraßen gut erschlossen ist. Im Teilstück oberhalb des Krafthauses Obervermuntwerk I gibt es eine nur sehr schwer zugängliche Steilstrecke. Diese stellt für das Unternehmen, das als Sieger aus dem Bieterverfahren im Frühjahr hervorgehen wird, eine große Herausforderung dar.

Materialseilbahn genehmigt

Vorsorglich hat illwerke vkw bereits im Behördenverfahren zum Bau des OVW II um die Genehmigung einer Materialseilbahn angesucht, die für den Abtransport der Stahlrohre notwendig werden könnte. Ob diese schlussendlich tatsächlich installiert wird, hängt von den Plänen und der Kreativität des ausführenden Unternehmens ab.

Aber auch abseits der Steilstrecke sind gerade in Hinblick auf die scharfen ökologischen Rahmenbedingungen rund um den Natur- und Landschaftsschutz einige Dinge zu beachten. „Die Baukorridore sind sehr klein gehalten, um die Natur nicht mehr als unbedingt erforderlich zu belasten“, so Poiger. Auch durch die Tatsache, dass die Rohre korrosionsgeschützt sind, sind je nach Abtragungsmethode mehr oder weniger aufwendige Verfahren zum Schutz von Mensch und Umwelt erforderlich.

Die Trasse der alten Druckrohrleitung verläuft teilweise auf Dammstrecken, teilweise in Einschnittstrecke und zum Teil auch unterirdisch in einem Stollenabschnitt. „Die Dammstrecken werden auch weiterhin so erhalten bleiben“, erzählt Poiger, „die Einschnitte sollen teilweise mit dem Abbruchmaterial aufgefüllt und später renaturiert werden.“ Der Stollen bleibt erhalten, wird aber verschlossen.

Start der letzten Etappe

Die riesigen Stahlrohre und die massiven Betonfundamente müssen Stück um Stück zerlegt und abtransportiert werden. Die Rohre sind mit einem Innendurchmesser bis zu 2,40 Meter besonders schwer zu entfernen. Noch in diesem Jahr werden die Ausschreibungsunterlagen erstellt und im Jänner an ausgewählte Unternehmen verschickt. So kann im Frühjahr mit der letzten Etappe rund um die beiden Obervermuntwerke begonnen werden.

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