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Team zeigte auf

Mit einer tapferen Vorstellung und einer hauchdünnen 2:3-Niederlage gegen Gruppensieger Tschechien hat Österreich am Samstag die Fußball-EM-Qualifikation beendet.

Erst ein Treffer des eingewechselten Dortmund-Stürmers Koller in der Nachspielzeit (92.) besiegelte den Erfolg des EM-Starters. Die Österreicher waren nach dem 0:1 durch Jankulovski (27.) durch Treffer von Haas (50.) und Ivanschitz (78.) in Front gegangen, Tschechien drehte die Partie aber in der Schlussphase durch Vachousek (79.) und Koller noch einmal um. Für die Tschechen, die von rund 15.000 Fans nach Wien begleitet wurden, war es bereits das 18. Spiel in Folge ohne Niederlage, für die Österreicher ein versöhnliches Ende der Quali, die sie auf Rang drei hinter Tschechien und Niederlande beendeten.

Gleich in den Anfangsminuten war das Glück den Krankl-Schützlingen hold. Lokvenc setzte sich auf der linken Seite gegen Stranzl durch, Mandl parierte den Schuss aus spitzem Winkel und der Nachschuss von Heinz landete an der Stange (6.). Heinz hatte auch in der 19. Minute die Führung auf dem Fuß, der präzise Schuss des Ostrau-Stürmers aus rund 20 Metern wurde jedoch von Austria-Keeper Mandl entschärft.

Mit der dritten guten Möglichkeit ging der Vize-Europameister von 1996 schließlich in Front: In einer “Italiener”-Kooperation bediente Nedved Jankulovski und dieser bezwang Mandl mit einem Flachschuss (27.). Österreich hatte viel Kampf und Einsatz, aber zunächst einfach zu wenig Offensivkraft entgegenzusetzen.

Torgefährlich erst nach der Pause
Mit der Pausenansprache durch Teamchef Krankl sollte sich das schlagartig ändern. In der 50. Minute schickte Rapid-Youngster Ivanschitz Haas in den freien Raum, der Sturm-Angreifer eilte der tschechischen Defensive davon und schloss aus 16 Metern zum 1:1 ab. Die Partie wurde darauf trotz des Freundschaftsspielscharakters immer ruppiger und hitziger. Österreich wollte noch mehr und Tschechien die imposante Erfolgsserie nicht reißen lassen. Ab der 63. Minute musste das ÖFB-Team mit nur zehn Mann auskommen, denn Schopp sah nach einem Foul an Jankulovski Gelb-Rot.

Dennoch hielten die Österreicher weiter aufopfernd dagegen und gingen auch sensationell in Führung. Nach Doppelpass mit Aufhauser sorgte Rapid-Spielmacher Ivanschitz für das 2:1 (78.). Die Sensation lag jedoch nur wenige Sekunden in der Luft, denn im Gegenzug stellte Vachousek bereits wieder auf 2:2 (79.). Dennoch schien auf den Tag genau drei Jahre nach dem 1:1 in der WM-Qualifikation gegen Spanien der nächste Punktgewinn gegen ein “großes” Team möglich. Der Traum platzte in der Nachspielzeit, als Koller nach Stanglpass von Nedved zum Endstand eindrückte.

Österreich – Tschechien: 2:3 (0:1)
Ernst-Happel-Stadion, 32.350, SR Kasnaferis
Torfolge: 0:1 (27.) Jankulovski, 1:1 (50.) Haas, 2:1 (78.) Ivanschitz, 2:2 (79.) Vachousek, 2:3 (92.) Koller

Meinungen:
Friedrich Stickler (ÖFB-Präsident): “In der letzten Minute zu verlieren tut weh. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Wir erkennen jetzt alle, dass hier etwas am Entstehen ist.”

Hans Krankl (Teamchef): “Wir haben die Niederlage keine Sekunde verdient, schon ein Unentschieden wäre für die Tschechen glücklich gewesen. Dass das Glück irgendwann zurück kommt? Na hoffentlich erlebe ich das noch.”

Karel Brückner (Teamchef Tschechien): “Es war ein sehr gutes Spiel, obwohl es für uns nicht entscheidend war. Aber wir haben gegen einen starken Gegner gut gespielt. Es war eines der härtesten Spiele in der Qualifikation.”

Markus Schopp: “Der Ausschluss war leider berechtigt. Geärgert hat mich die Art und weise, wie es passiert ist. Nedved teilt ständig aus und wird selten bestraft.”

Mario Haas: “Auf dieser Leistung kann man aufbauen. Wir haben gesehen, dass wir auch mit den stärksten Mannschaften mitspielen können.”

Andreas Ivanschitz: “Wir wollten die Tschechen schlagen und fast wäre es uns gelungen. Wir hätten cleverer sein und das 2:1 länger halten müssen. Dass ich Kapitän war, macht mich wahnsinnig stolz.”

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