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Taxi-Unternehmen: Alten- und Krankentransport ja, aber kaum Unterstützung

Bernhard Drexel, Obmann der WKV-Fachgruppe "Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen" spricht von einer dramatischen Lage für die gesamte Branche.
Bernhard Drexel, Obmann der WKV-Fachgruppe "Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen" spricht von einer dramatischen Lage für die gesamte Branche. ©Sams/handout Taxi Laura
Dramatische Situation für rund 70 Taxi-Firmen in Vorarlberg. Fachgruppenobmann Bernhard Drexel warnt: "Es ist bereits fünf nach zwölf".

Wenn Esmeralda Hafuric in ihr Taxi steigt, weiß sie oft nicht, ob und wie lange das von ihr geführte Dornbirner Unternehmen "Taxi Laura" noch Bestand haben wird. Die Lage für die Vorarlberger Branche ist prekär. "Wir hängen direkt an der Veranstaltungs-, Gastronomie- oder Tourismusbranche. Während man in diesen Segmenten Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent kompensiert, verweist man bei uns auf die Möglichkeit, ja eh fahren zu können. Es fragt sich langsam nur, wen wir denn überhaupt noch transportieren sollen", informiert die 42-jährige Unternehmerin.

Auch in ihrem Betrieb ist sie mit rund 80 Prozent weniger Umsatz konfrontiert. Aktuell beschränken sich die meisten Einsätze auf Fahrten von Pensionisten, z.B. um persönliche Einkäufe zu erledigen, oder Krankenhausfahrten - durchaus systemrelevante Dienste, wie man meinen könnte. Zumal die Entschädigungen aus dem Härtefallfonds und dem Fixkostenzuschuss in den Augen der ambitionierten Taxlerin nur "ein Tropfen auf den heißen Stein sind".

Das Unternehmen kann aktuell deswegen nur noch zwei von ursprünglich sechs Personen beschäftigen - inklusive ihr versteht sich. Außerdem haben sich die Anforderungen an die Personenbeförderer nicht vereinfacht: "Mehrmals täglich werden die Autos mit speziellen Desinfektionsmitteln gereinigt. Weiters transportieren wir nur eine Person pro Auto. Meist sind das Menschen aus der Hochrisiko-Gruppe, die einfach auf uns angewiesen sind, da sie sonst niemanden haben." Vom Infektionsrisiko auf engstem Raum, das die Branche auf sich nimmt, ganz zu schweigen.

WKV-Branchenobmann Drexel: "Es ist bereits fünf nach zwölf"

In dasselbe Horn bläst Bernhard Drexel, Obmann der WKV-Fachgruppe "Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen" : "Da wir nicht auf einen generellen Umsatzkostenersatz wie z.B. der Tourismus hoffen können, sind wir auf schnelle und unbürokratische Hilfe angewiesen. Erst eine Novellierung des Fixkostenzuschusses ermöglichte die Berücksichtigung von Leasingkosten im Falle von aus z.B. ökologischen Aspekten, neu angeschafften Autos. Der Bund reagiert hier viel zu kompliziert, wenn sich nicht einmal mehr Fachleute über die Fördervergaben einig sind. Hier ist die Politik dringend gefragt. Sonst wird sie in dieser Branche bald niemanden mehr haben, dem sie überhaupt noch helfen kann. Dann stehen die rund 70 Taxi-Dienstleister in Vorarlberg vor dem Ende. Es ist bereits fünf nach zwölf."

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(VOL.AT)

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