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Tausende empfingen Turin-Helden

Auf dem Kapitelplatz in der Salzburger Altstadt begann am Montag um 17.00 Uhr das große Fest zum Empfang der österreichischen Medaillengewinner der XX. Olympischen Winterspiele in Turin.

Zu Beginn der eigentlichen Feier wurden zunächst die Ski-Damen auf die Bühne gerufen. „Ein Wahnsinn“, brachte Doppel-Olympiasiegerin Michael Dorfmeister zunächst über die Lippen. Nach und nach wurden dann unter großem Beifall, Gekreische und Jubel in Gruppen die Medaillen-Gewinner auf die Bühne geholt. Nur drei der 21 Edelmetall-Träger ließen sich entschuldigen: Benjamin Raich, Hermann Maier und Rainer Schönfelder.

Raich wurde aber über eine Video-Einspielung den Fans nicht vorenthalten: „Ich wünsche euch viel Spaß, eine schöne Feier, ich wäre gerne dabei gewesen“, meinte der Tiroler, der sich schon auf dem Weg nach Südkorea befand. Und Felix Gottwald aus Zell am See meinte zu den jubelnden Fans: „Ich freue mich, dass ich euch eine Freude machen darf.“

Die Sportlerinnen und Sportler wurden auf der Bühne interviewt, immer wieder unterbrochen durch Film-Einspielungen aus Turin auf der Videowall von den erfolgreichsten Szenen. Marlies Schild zum Beispiel meinte, sie würde sich ein Antreten 2014 noch überlegen, sollte Salzburg den Zuschlag zur Austragung der Winterspiele erhalten.

Ein unerwartetes Problem habe es auch für das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) gegeben, berichtete Präsident Leo Wallner. Für jede Medaille wurden Goldmünzen versprochen, am Ende waren es zu wenig Münzen oder zu viele Medaillen, je nachdem: „Wir haben nachdrucken müssen, das war schwierig“, so Wallner. Insgesamt waren 30 Münzen (wegen der Teambewerbe) im Gesamtwert von rund 300.000 Euro nötig, so der Präsident.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sagte, „wir sind besser, als es uns so mancher anschaut, wir haben die Russen hinter uns zurückgelassen.“ Zur Doping-Affäre sagte er, es sei ein Fehler geschehen, da gebe es nichts zu bagatellisieren. Man müsse intern reden, aber nicht gegeneinander schimpfen, „das werden wir jetzt abstellen“. Zusammenarbeit sei die “österreichische Erfolgsstory“.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden stellte dann in Anspielung auf die Bewerbung um Olympia 2014 die Frage: „Wäre das nicht ein toller Platz, hier die Olympiasieger 2014 zu ehren? Wir würden das sicher nicht herunternudeln, sondern ordentlich feiern.“ Eine so tolle Stimmung gebe es sonst kaum wo. Und die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller sagte, bei der Bewerbung sollte man sich das gleiche Ziel in den Kopf setzen wie die Sportler, nämlich am Ende ganz oben zu stehen.

Den Abschluss der Feier bildete ein Feuerwerk von der Festung Hohensalzburg. Während dann die Party auf dem Kapitelplatz noch weiterging, begann um 19:00 Uhr in der Residenz der Empfang von Stadt und Land für die Medaillengewinner.

Praktisch alle von der APA – Austria Presse Agentur befragten Besucher gaben als Grund für ihr Kommen an, dass sie die tollen Leistungen der österreichischen Athleten feiern wollten. „Wir feiern Österreich, wir sind stolz auf unser Land“, meinte etwa der 25-jährige Stefan Fischer aus der Stadt Salzburg. Ein anderer hob hervor, dass die Österreicher, insbesondere Felix Gottwald und Benjamin Raich, so bescheiden geblieben seien. Er fand es allerdings „deprimierend“, wie die Österreicher bei den Doping-Kontrollen behandelt worden sind.

Mehrere Fanklubs waren mit Transparenten angereist, am prominentesten platziert war wohl jenes des Slalom-Silbermedaillengewinners Reinfried Herbst: „Fanclub Unken-Heutal grüßt Reini Herbst“, hieß es vom obersten Stockwerk des Erzbischöflichen Palais. Was für Verwunderung sorgte, weil nicht einmal Reinis Bruder Hubert (37) wusste, wie dieses auf das Gebäude des Salzburger Oberhirten gelangt ist, wie er der APA schilderte.

Die Organisatoren hatten für die Besucher 5.000 Sackerl vorbereitet, in denen sich ein Kornspitz, ein Mozart-Drink, ein Regenschutz, ein Info-Folder über Salzburgs Bewerbung um die Spiele 2014 und eine rot-weiß-rote Fahne befand, damit für die entsprechende Stimmung gesorgt werden konnte.

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